Theodor Storm – Mein schönes Wunderland

Es schwimmt auf hohen Wogen
ein schönes Wunderland;
bald nah, bald wieder ferne,
von wen’gen nur gekannt.

Ein Land, wo ew’ge Sonnen
am Firmamente stehn,
wo wunderschöne Menschen
in Rosen schlafen gehn.

Wo Märchenbilder rauschen
durch laue Waldesnacht
und Blumen Küsse tauschen
in tausendfarb’ger Pracht.

Wo Liebe, Götterfreiheit
das reine Leben küßt;
wo alles voller Wunder,
wo alles glücklich ist. 

Ach, nur in Liedern weilet
mein Land so schön und hehr;
ich mag es hoffen, ahnen,
doch schauen nimmermehr.

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Von O bis O

Gestern Abend fiel mir ein, dass ich letztes Jahr sehr lange ohne Schuhe unterwegs war.
… na ja – eigentlich nur zu Hause, im Garten und im Carport und sonst so ums Haus herum.
Dies aber von morgens bis abends, mit Arbeit (und ich hab ja einiges gemacht) und ohne Arbeit. … und zwar von Anfang Mai an, bis in den Oktober hinein.
Bei diesem wunderschönen Osterwetter hab ich nun die Schuhe wieder ausgezogen.
Und ich nehme mir vor, dass dies auch so bleibt – wieder so lange, wie 2018.
Es ist einfach toll, den Boden unter den Füßen zu fühlen und zu spüren.
… konsequent.
Habt ihr das für eine längere Zeit schon mal gemacht?

O könnt‘ ich einmal – Wolfgang Müller von Königswinter

O könnt’ ich einmal dich als Ross,
Du gold’ne Sonne, reiten,
Und könnten dann als schwarzer Tross
Die Wolken uns begleiten.

Und ließe hinter uns der Nord
Die wilde Peitsche knallen,
Und ließ er, ging es stürmend fort,
Das laute Horn erschallen.

Ha in dem Saus, ha in dem Braus,
Im Klang der mächt’gen Lieder,
Zög’ in des Meeres gold’nes Haus
Ich jubelnd mit dir nieder.

Gleich dir, so wollt’ ich baden mich
In tiefster Fluten Kühle,
Gleich dir wollt ich entladen mich
Der dumpfen Erdenschwüle.

Und stiegen wir im Ost empor
In frühen Morgenstunden,
War frei das Aug’ vom düstern Flor,
Heil wär das Herz der Wunden.