Karl Henkell – noch nicht gerastet …

Noch nicht gerastet in Erinnerungen!
Die Stunde kommt, du lebst Vergangenheit.
Ein leises Glöcklein ist in dir erklungen,
Von Wehmut zitternd aus der Jugendzeit.
Der Ton ist rein, das Glöcklein nicht zersprungen,
Von schrillem Mißklang, grellem Hohn befreit –
Ich habe selbst gewählt, nichts zu bereuen
Und schmachte nicht nach Treberkost mit Säuen.

Geh jeder seinen Weg – ich geh den meinen,
Den starken Stimmen der Natur getreu,
Was ich verfehlt, ich kann es nicht beweinen,
Die Ähre drischt man, und der Halm gibt Streu.
Erwandern muß man’s mit den eignen Beinen,
Den Weizen säubern lernen von der Spreu –
Kehr jeder tapfer vor der eignen Tenne,
Wer als verirrtes Schaf sich fühlt, der flenne!

Ich bin daheim, wo Liebe mich verstanden,
Und wo ich schaffe, da ist Vaterland,
Ich bin zu Haus, wo Geister mich umwanden
Aus Flur und Wald, mit denen ich verwandt.
Wo frei mein Sinn von falscher Satzung Banden,
Und wo mein sehnend Fühlen Friede fand,
Wo mir der Fleck kraft meines Lebens teuer,
Da bin ich Bürger, brennt mein Herdesfeuer.

Karl Henckell

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Alles gut

Ein wunderbar herrlicher Samstag war das gestern. Man konnte bei angenehmen Temperaturen bis spät in die Nacht draußen sein. Und das, mit Besuch von zwei ganz lieben Menschen.

Und nachts ging etwas Wind und Regen plätscherte beruhigend vor dem offenen Fenster.

Der Wind kann wohl etwas stärker gewesen sein – brach er doch diesen ganzen Ast von der Kletterrose. Was soll’s. Normal finde ich es schöner, wenn die Rosen im Garten bleiben. Aber so schmücken sie nun auch mal die Küche.

… und draußen hinterließ der Regen seine vergänglich/schönen Spuren.

Friedrich Rückert

Edvard Munch

Mir träumt‘, ich stünd‘ auf einem Felseilande
Allein mit mir, und wie aus Nebelflore
Späht‘ ich mit Augen, horcht‘ ich mit dem Ohre
Hinüber fern nach einem festen Lande;

Und sähe, wie sie drüben an dem Strande
Einzäunten Gärten, bauten Häuserthore,
Im Brautreih’n gingen und im Leichenchore
Und lebten, webten, all in ihrem Tande.

Ihr dumpfes Summen drang zu mir herüber,
Doch sahn sie mich nicht stehn in meiner Ferne,
Sie hatten keine Zeit zum Sehen über.

Auch zugerufen hätt‘ ich ihnen gerne,
Doch drang mein Laut zu ihnen nicht hinüber,
Und einsam blickt‘ ich auf zu meinem Sterne.

Ein (kleines) medizinisches Wunder

Vor etlichen Jahren saß ich mit Vater vor seinem Haus auf seiner alten Kunststoffbank, an der die UV- Strahlen die Plastiklatten schon auflösten. Ich riet ihm, doch in den Baumarkt zu fahren um ein paar Dachlatten zu kaufen, die er dann statt den Kunststofflatten auf das noch gute Gestell schrauben könne. Es war eines von den wenigen Malen, in denen er einen Rat von mir annahm und ihn sogar gleich umsetzte. Dieses gute Stück schenkte er mir kurze Zeit darauf, weil er aus Alters-und-Gesundheits-gründen aus seinem Haus in Pfedelbach ausziehen musste. Die Dachlatten hielten nach nochmaliger Lackierung bis heute. Auch wenn sie nun immer noch gut waren – sie hätten einen Komplettabschliff und eine neue Lackierung nötig gehabt. Ich dachte jedoch, ich mache etwas Neues aus der Bank, schraubte die Latten weg und lackierte nur das Gestell in Aluminium-Silber.

Ich kaufte ein paar Douglasienbretter, die man ja nicht mit einem Wetterschutz behandeln braucht, sägte sie zurecht und schraubte sie an das Gestell.

Während der Arbeit war sehr schönes Wetter und ich machte das Ding im Garten. Leider bedachte ich nicht, dass ich bei der Tätigkeit sehr ins Schwitzen kam jedoch immer wieder in den Keller zur Werkstatt gehen musste, um Werkzeug oder neue Schrauben zu holen. … dies ziemlich oft.

Als die Bank fertig war, stellte ich sie in den Schatten der Magnolie und setzte mich darauf, um auszuruhen. Es ging ein leichter Wind und obwohl es doch sehr warm war, empfand ich ihn eher als unangenehm im Nacken. Dabei schweifte mein Blick über den Indianerbananenbaum, den ich gerade im Internet gekauft hatte – der noch auf seine Einpflanzung wartete.

Na ja – das Ding ist ziemlich mikrig geliefert worden und es würde eigentlich keine Anstrengungen kosten um es gleich zu pflanzen. So ignorierte ich die unguten Symptome aus meinem Nacken.

Was ich aber nicht bedachte war, dass ich eigentlich nirgends einen Platz mehr dafür hatte. Ich beschloss, eine Felsenbirne auszugraben, von denen ich ja zwei hatte. Nur musste die Felsenbirne mitsamt den Wurzeln raus – die Indianerbanane sollte nämlich an die selbe Stelle.

Was aber so nicht geplant war – das Ding wollte einfach nicht raus.

Während dieser eineinhalb Stunden rutschte mir meine Eisenstange, die ich zum aushebeln nutzte, mal ab und ich fiel mit kräftigem Ruck zu Boden. Dabei spürte ich einen Knacks im Nacken und ab diesem Moment auch recht ordentliche Schmerzen.

Dies wurde am Abend nicht besser und ich konnte letzte Nacht schmerzbedingt überhaupt nicht schlafen. Und so ging es heute weiter.

Ich überlegte, ob ich nicht doch zum Arzt gehen sollte um das checken zu lassen, denn ich weiß nicht – kam es nun vom Fallen, oder doch nur vom dauernden verschwitzt-in-den-Keller-gehen.

Doch ich nahm erstmal eine Schmerztablette.

Leute – innerhalb von einer halben Stunde sind die Schmerzen fast komplett verschwunden. Dies kann ich kaum  glauben – sowas Ähnliches hab ich noch nie erlebt. Es ist einfach toll.