Norbert Blüm

.

Heute hörte ich auf der Heimfahrt im Radio SWR1-Leute. Norbert Blüm war zu Gast. Dieser Mann war vor vielen Jahren einer meiner Lieblingspolitiker und gerade wegen solcher Menschen war ich seinerzeit auch CDU-Mitglied.
Leider gibt es da oben nicht mehr viele Leute seinesgleichen.
Bei dem, was er heute erzählte, lief es mir teilweise kalt den Rücken runter.
Ich bin nicht links und ich bin nicht rechts – ich ziehe einfach meinen Hut vor einem Menschen, der schon immer den Grat von Pateikursen überschritt, Werte vertrat und dafür einstand.
Bitte klickt das Bild an und hört mal rein.

vom Ernten

DIGITAL CAMERA

dsc04767

schlagt doch
die Früchte von den Bäumen
rodet Wälder

treibt
das Vieh zum Schlachter

macht
die Regale platt im Ausverkauf
als ob`s kein Morgen gäb`

lebt billig
und im Überfluss

doch ehrlich ist
was auf dem Acker wächst
und nicht die Börse – die

die Ernte stiehlt

mit Bedacht

michael-hermann-113„Die siebte Tür“ – Acryl auf Leinwand, 100×100 cm

wie klar
ist nun der Weg
den ich gegangen
zu gehen doch so vorbestimmt

von Schotter
übersät die Pfade
im Gepäck
die angeborne Last der Schuld

die Welt
betrat ich ungewollt –
unwissend und mit Schmerzen
durch die Jahre

nun
steh ich hier
und stelle doch noch Fragen

die Antwort
nehmt mit euch
ich wünsch euch Frieden –
den meinen such ich selber

mit Bedacht

und träumen vom Sommer

DIGITAL CAMERAAcryl auf Leinwand, 100×100 cm

wenn im Osten
der Himmel brennt
und die Sonne spät
aus dem Dunkel steigt

reisen Kraniche gen Süden

und ich lausche
ihren Rufen
und ich winke
ihnen meine Gedanken nach

ein letztes Mal

hängt dein Blumenkleid
nun im verdorrten Garten
über der Rose
die durstend nach Wasser lechzt

wie meine Liebe
nach deinem süßen Erdbeermund

bald
weicht alles Schöne der Kälte
und die Astern ziehn zum Finale
all ihre Farben ein

wir wärmen
den Abend im Kerzenlicht
und warten

und träumen vom Sommer

Das 4. Gebot nach Luthers Auslegung

Auslegung des 4. Gebots im Kleinen Katechismus Martin Luthers:
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf das dir’s wohl ergehe und du lange lebest auf Erden.
Was ist das, fragt Luther und antwortet:
Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

***

Den Kleinen Katechismus und sonstige christlichen Schriften  mussten wir in Siebenbürgen während unseres kirchlich/außerstaatlichen Unterrichts an Samstagnachmittagen auswendig lernen.

In letzter Zeit war ich besonders mit diesem 4. Gebot doch sehr am Hadern. Deshalb hole ich das Gedicht vom Januar nochmal vor.

HPIM0976.JPGSkulptur „d. A. f. n. w. v. St.“

Das Kind

***
einst
sprach das Kind zu mir
erzählte wunderschön
von Leichtigkeit und Freude

wischte die Tränen weg
und manch Erinnerung
vergaß die Prügel
und die Angst vor morgen

nun ist es still
und weint
nimmt Abschied
von der Hoffnung

dass man die Worte sagt
die niemand
nun mehr sagen kann

nun schweigt es
auch das Kind
versucht die Stille zu verstehn

verstanden
hat es nichts

Warum nur

dscn0678Bleistift auf Leinwand, 70×50 cm

Warum nur
mal ich schön
die Dinge mir

wenn doch die Welt
oft schöne Dinge
im Verborgnen hält

Was ist der Mensch
vom Hirn geleitet
ohne Seele

Der Verstand
erreicht
doch Herzen nicht

Es sehen Kinderhände
ungetrübt die Farben noch
… und wenn sie malen –

erzählen sie vom Paradies

Mihai Eminescu

Mihai Eminescu, * 15. Januar 1850 in Ipotești, Kreis Botoșani, damals Herzogtum Bukowina, heute Rumänien; † 15. Juni 1889 in Bukarest) gilt als der bedeutendste rumänische Dichter des 19. Jahrhunderts. Sein Werk setzte Maßstäbe für die Entwicklung der modernen rumänischen Hochsprache.

Der Stern

(übersetzt von Mite Kremnitz)

So unermeßlich ist die Ferne,
Aus der dies Sternbild aufgetaucht,
Daß, um den Erdball zu erreichen,
Sein Licht Jahrtausende gebraucht.

Vielleicht ist es seitdem erloschen
In jenem weiten Himmelsblau,
Wiewohl ich heut erst seine Strahlen
Auf unsrer Erde klar erschau‘.

Denn langsam durch des Himmels Räume
Schickt uns das Sternbild her sein Licht:
Es war, als wir es nicht erblickten,
Nun wir es sehen, ist es nicht!

So auch, wenn unser Glück erstorben
Im Dunkel der Vergangenheit,
Dringt noch das Licht der todten Liebe
Durch alle Weiten, alle Zeit.

La steaua

La steaua care-a răsărit
E-o cale-atât de lungă,
Că mii de ani i-au trebuit
Luminii să ne-ajungă.

Poate de mult s-a stins în drum
În depărtări albastre,
Iar raza ei abia acum
Luci vederii noastre,

Icoana stelei ce-a murit
Încet pe cer se suie:
Era pe când nu s-a zărit,
Azi o vedem, şi nu e.

Tot astfel când al nostru dor
Pieri în noapte-adâncă,
Lumina stinsului amor
Ne urmăreşte încă.

MICHAEL HERMANN ……………………………………………… Bitte beachten. Bei allen nicht anders gekennzeichneten Texten und Bildern liegen die Rechte bei mir. Auch bitte ich darum, JEDES Rebloggen zu unterlassen!