o.T.

nun

wo der Sommer langsam
aus der Seele schleicht

rauchgeschwängerte Nebel
beißend über ausgelaugten
müden Gärten liegen

Farben sterben:
gelb – rot – braun – grau

Musik

nur noch leise
zum Tanz mit eingebrannten Träumen
unserer Herzen spielt

lese ich Worte
Bilder
Gedanken

und fühle angenehme Wärme

es keimt ein Grün
irgendwo im Eis der Zeit

Du

Durch Deine Augen sehe ich Gedanken
– manchmal ein Blinzeln nur
am steilen Berg der Zeit.
Mit Deinem Herzen höre ich das Grollen,
durch das der Berg
in Rätseln zu Dir spricht.
… und wenn Du oben stehst so fühl ich
– es sind mein Herz und meine Augen,
die Welt ist klein
– und Du bist ich.

ohne Titel

ist es
der Lauf der Zeit

gestohlene Jahre
die nicht deine waren
und dich prägten

verlorene Jugend

das Licht der Sonne
welches nur
zur Arbeit schien

riechst Du
noch Blumen die
der Sense fielen

im Kräuterheu
verquirlt im Schweiße
deines sorgenvollen Gestern

spül ab
den Kohlenstaub
der deine Seele eingefangen hielt

die Zeit ist reif

für ein paar Tage
Morgen

Künstlerporträt

Heute möchte ich eine sehr gute Künstlerfreundin vorstellen.

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Hannelore Maurer

wird 1957 in Mediasch geboren und wächst in Marktschelken, mitten in Siebenbürgen auf. In ihrer Kindheit hält sie sich oft und gerne im, für das dörfliche Leben Siebenbürgens, unüblichen Atelier von Trude Vandory auf. Die Bewunderung und Verehrung für diese Bildhauerin, Grafikerin und Malerin prägt Hannelore Maurer bis heute noch.

Sie studiert Kunstgeschichte in Erlangen, arbeitet als Buchhändlerin in Crailsheim und als Museumsmitarbeiterin in Künzelsau.

Nebenbei belegt sie Kurse u. a. in der Akademie der Künste Schwäbisch-Hall – oder wandelt auf den kulturellen Spuren ihrer siebenbürgischen Vorfahren. Sie ist an der Erstellung des Heimatbuches von Marktschelken maßgeblich beteiligt.

Sie malt in Öl, Acryl oder Aquarell. „Schier agressivpräsent in naturalistischem Frohmut oder abstakter Düsternis“ beschreibt man ihre Bilder. Schatten, Gesten, Figuren, Körperlandschaften – Farb oder Formexperimente – oft muss das Werk vom Auge des Betrachters ergänzt werden. Man erkennt die Mutter, den Bruder – oder einfach das Jagsttal.

Malen ist für Hannelore Maurer „einfach eine besondere Tätigkeit, ein Arbeitsprozess mit ungewissem Ausgang“.

Sie ist Künstlermitglied im „Bartensteiner Kreis“ und der Gruppe „Hochspannung“.

Einzel- und Gruppenausstellungen: Crailsheim, Heidelberg, Schwäbisch-Hall, Langenburg – oder im Bildungszentrum der AOK Baden-Württemberg in Untersteinbach.

„Was ist Glück?“

„Energiegeladen“

„Susanne im Bade“

Mehr Bilder von Hannelore:

http://www.leerraeume.de/kuenstlerprofil.php?kuenstler=Hannelore%20Maurer

Wotans Erben

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wetzt die Zungen

.

düngt den Boden

zieht euch Früchtchen

.

hegt und pflegt die Gene

.

schert die Haare

flechtet Zöpfe

.

färbt braun die Brillen

betoniert die Köpfe

.

bindet Scheuklappen

vor Horizonte

.

blaue Augen

sind auf blond geeicht

.

morgen

.

steigt wieder Feuer

aus dem Vergessen

.

und ein Früchtchen

reift zur Frucht

Tanzende