oben

oben
wo der Berg den Himmel berührt
krönt meine Eiche das herrliche Land

narbige Schönheit
bizarr verkrümmtes Geäst
hält undefinierte Zeit
in innigster Umarmung fest

Krankheit kam und Ungeziefer
Blitze schlugen ein
Stürme
amputierten Moder wieder weg

im Winter scheint alles tot
– bis Frühjahrs Wärme
ein Dach für tausend Wesen schafft

Umwege
führen geschwungen herauf
gesäumt von Gärten und Wein

die Bank
im Schatten des Baums
saugt dich an

lässt dich
in deinen Gedanken allein

von oben herab
blickst du ins Tal
Autos fahren, Menschen eilen
– ganz leise

alles scheint
– eine andere Welt

hinter Mauern
unter Dächern bleibt
der Alltag verborgen

im Baum
ein gezwitschertes Lied
– und die Sonne scheint

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10 Kommentare zu “oben”

  1. vier alte eichen stehen auf meinem grund. wenn ich unter ihnen stehe und hochblicke, habe ich das gefühl, in einer kathedrale zu stehen!

    wunderbar eingefangen!

    liebe grüße
    gabriele

    Gefällt mir

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