liebste Amsel

DSCN0106Acryl auf Leinwand, 80×100 cm

heute
singst du mir nicht

über die Gärten
legt sich Dein trauriges Schweigen
und aus dem Morgen
schreit mich die Stille an

lieblich
weckte mich deine Stimme
noch gestern

und färbte den Himmel

nun
ist die Magnolie verblüht
Flieder
verliert sich im Abschied

und im Blutahorn
sitzt diese Krähe

aus der Ferne
kommt der Tag

und er ist leer

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heute

DSCN0103

Acryl auf Leinwand, 50×70 cm

Heute

Gerippe
der süßesten Worte
fallen aus dem alten Brief.
Buchstaben zerbersten,
kristalliner Staub
nebelt
den Steinboden zu.
Das Grußwort
splittert lautlos
aus der letzten Seite.

Zwischen altem Papier
ersticken
gehäutete Blätter.

.

(c) Ingrid Fillinger

Dieses wunderschöne Gedicht schickte mir Ingrid Fillinger zu, nachdem ich „von Wegen“ ins Gästebuch der Mediascher Homepage (siehe Blogroll) lud. Herzlichen Dank dafür, liebe Ingrid – auch dafür, dass ich Dein Gedicht hier präsentieren darf!

von Wegen

DSCN0011

Acryl auf Leinwand 50×70 cm

.

und an der Weggabel
bleibe ich stehen
und trockne die Erde

Löwenzahn tanzt mit dem Wind
über schweigenden Gräbern
und winkt mir zu

und wurzelt irgendwo in der Ferne

und ich
reibe meine Augen
und werfe die Stiefel zurück

in die Vergangenheit

barfuß biege ich ab
und pflanze Blumen am Weg

und über den Bäumen
lächelt der Himmel mir zu

und Gestern liegt hinter mir

Birnenkuchen mit Lavendel

Kaiserstuhl, blühende Birnbäume bei Ihringen, 24.April 2013

„Blühende Birnbäume“  – Foto (c) von Rainer Ullrich: http://www.landschaftsfotos.eu/name/profil/fotograf_id/7589.html

 Herzlichen Dank Rainer, dass ich Dein schönes Foto hier einstellen darf! Zum Gedicht inspirierte mich der Film „Birnenkuchen mit Lavendel“. … er ist bestimmt einer der schönsten Filme überhaupt – zum innehalten und genießen.

leise
umhüllt mich die Nacht
der Tag
an den ich meine Sinne verlor
verliert selbst seinen Sinn

über den Zeiten
schweben unerfüllte Träume
Frühling und Sommer
vereint
im Reich unendlicher Weite

aus alten Birnbäumen
strahlt Duft
von leuchtender Hoffnung
– in voller Blüte

Wiesen so weit –
Mohn
Kornblumen
Lavendel

am Horizont
reift Korn golden geperlt
im Morgentau

gehügelte Wälder
sanft
wiegt sich die seidige Landschaft

das steinerne Landhaus
haucht Geborgenheit
die Welt versinkt

und ich lebe