„Altdeutscher“ – ein Kommentar

Nun – ich bin „Altdeutscher“. Was ist falsch daran? Ist dies
schon ein (Be)Schimpfwort geworden?
Wichtig ist nur – wie gehe ich selbst damit um. … und wie gehen andere damit um.
Mein „Altdeutschsein“ will ich etwas erläutern.
Ich gehöre zu dem kleinen Völkchen der Siebenbürger Sachsen. Vor 900 Jahren besiedelten diese – aus der Rhein/Mosel-Gegend kommend – das Land im Karpatenbogen. Im Laufe der Jahrhunderte behielten (nein – konservierten) sie ihre Kultur, Spache und Religion und das geografisch getrennt von deutschen Landen.
Manch einer kann sich vorstellen, dass ich im Wort „Nationalismus“ etwas anderes sehe, als die meisten Deutschen – nämlich nichts Schlechtes.
Schlecht ist das – und das verurteile ich aufs Allerschärfste – was in Deutschland aus Nationalismus entstanden ist.
In Siebenbürgen lebten Deutsche, Ungarn und Rumänen (als jeweils eigenständige Nationalitäten) Jahrhuntertelang friedlich nebeneinander.
Das geht nur mit Toleranz.
Aber Toleranz muss nicht heißen, anderen Kulturen beizutreten – sondern das Anderssein der Anderen zu respektieren. Was nicht ausschließt, dass JEDER in einer zusammengehörenden Gesellschaft Rechte und Pflichten hat – und das unabhängig von Geschlecht, Glauben, Kultur oder Nationalität.
Aber, wie kann man tolerant und respektvoll anderen gegenüber sein, wenn das (verbreitet) nichtmal in der eigenen Familie funktioniert.
Demokratie fängt schon zu Hause an. Wer das nicht kann, hat in dieser Gesellschaft nichts verloren.
Deutsch oder nicht deutsch – wer seinen Pflichten (und Toleranz IST Pflicht) nicht nachkommt, sollte überlegen, ob er Rechte in Anspruch nehmen darf.

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von einer Insel

DSCN0129

Acryl auf Leinwand, 70×50 cm

… zu mir

.

ich habe geweint
und ich habe gelacht
von meinem Leben erzählt
und zugehört

bei Freunden geweilt

meine Welt
in einer Insel gefunden
mitten
im bodenlosen Sumpf

bin
einem Menschen begegnet
den ich verlor

manchmal noch
ist er mir fremd
und wendet sich ab

doch hab ich gelernt
ihn zu rufen

und ich höre ihm zu

für J.

DSCN0121Acryl auf Leinwand, 60×60 cm

(an eine gute Freundin)

in deinem Lächeln
öffnet der Himmel
ein Fenster zum Morgen
wenn meine Farben
hinter Mauern
im Dunkeln stehn

mit deinen Augen
zeigst du mir Blumen
zerbrechlich und zart
und weit wie ein Meer
von wild-buntem Glanz

in deinen Worten
legt sich mein Sturm
von Gedanken

du hörst mir zu
und Gestern vergeht

DSCN0111

Acryl auf Leinwand, 50×70 cm

vom Träumen

.

zwei Bäume bin ich
und zwei Türme

ich blühe
und ich welke
ich lache
und ich weine

heute bin ich oben
und morgen

liege ich am Boden

meine Farben
strahlen im Licht
und verglühen

abends, wenn die Sonne sinkt

ich wache
und wünschte mir zu schlafen

ich träume
ich wäre ein schwerer Stein
und könnte doch fliegen

hoch wie ein Vogel
und weit
und doch wurzeln

an einem ruhigen Ort

(c)Michael Hermann

Morgengrauen

.

Der Fluss
streckt sich im Bett,
Nebelknäule fliehen.

Der Raubzüge müde
stürzt die Spinne
ins dunkle Grün;
ihre Tausocken
baumeln noch
am Blattsaum.

Der Atem der Nacht
trocknet aus.

(c)Ingrid Fillinger