Das 4. Gebot nach Luthers Auslegung

Auslegung des 4. Gebots im Kleinen Katechismus Martin Luthers:
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf das dir’s wohl ergehe und du lange lebest auf Erden.
Was ist das, fragt Luther und antwortet:
Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

***

Den Kleinen Katechismus und sonstige christlichen Schriften  mussten wir in Siebenbürgen während unseres kirchlich/außerstaatlichen Unterrichts an Samstagnachmittagen auswendig lernen.

In letzter Zeit war ich besonders mit diesem 4. Gebot doch sehr am Hadern. Deshalb hole ich das Gedicht vom Januar nochmal vor.

HPIM0976.JPGSkulptur „d. A. f. n. w. v. St.“

Das Kind

***
einst
sprach das Kind zu mir
erzählte wunderschön
von Leichtigkeit und Freude

wischte die Tränen weg
und manch Erinnerung
vergaß die Prügel
und die Angst vor morgen

nun ist es still
und weint
nimmt Abschied
von der Hoffnung

dass man die Worte sagt
die niemand
nun mehr sagen kann

nun schweigt es
auch das Kind
versucht die Stille zu verstehn

verstanden
hat es nichts

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11 Kommentare zu “Das 4. Gebot nach Luthers Auslegung”

    1. Nein, liebe Marion – eine Abrundung wird es wahrscheinlich nie geben.
      Ich kann nur allen Kindern raten:
      „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren – doch wenn sie dich schlagen (und das nicht nur im wörtlichen Sinne) –
      – DARFST DU DICH WEHREN.“
      Verständnis für das, was die Eltern einmal erlebt haben, DARF in den oft sehr vielen Momenten, in denen sie ihre Erlebnisse auf die Kinder übertragen, aufhören. Oder sollte diese „Kettenreaktion“ sich beliebig lang – von Generation zu Generation fortsetzen?

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      1. Sie sollten sich wehren, das wünsche ich sehr, das sind Erlebnisse, die kein Kind erdulden muss und sollte!
        Ich finde mit dir, diese Kettenreaktion darf sich nicht fortsetzen, da gilt ein deutliches Stopp.
        Ich kenne es nicht und kann vielleicht nicht nachfühlen, ob es eine Abrundung geben kann. Vielleicht ist der Gedanke der Abrundung mein Wunsch, dass ein Mensch sagen kann, auch wenn etwas nicht verstanden, nachvollzogen oder gar entschuldigt werden kann, dass man für sich einen Weg gefunden hat, damit zu leben und weiter zu leben.
        .
        .
        .
        Michael Hermann
        Herzlichen Dank, liebe Marion!

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  1. Ich habe meinen Papa schon „aufs Kreuz“ gelegt. 😀 Denk dir nur, er hat gelacht und sich darüber gefreut. Kindesmisshandlungen und Prügel, habe ich bei anderen erlebt und bin eingeschritten. Davon Kinder zu schlagen, halte ich nichts.

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  2. Um das Leben anzunehmen wie es ist, und die Situation nicht zu verschlimmern, behält das Kind seine Traurigkeit für sich, macht seine bescheidene Arbeit, und ist weiterhin hilfsbereit der Familie gegenüber..
    Das ist wirklich tapfer, und -stahlhart!! (:

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    1. Ganz, ganz lieben Dank liebe Mirjam! Wie immer freue ich mich sehr über Deinen Kommentar! Na ja – ich weiß nicht, ob das wirklich tapfer und stahlhart ist. … irgendwann will man das nicht mehr. Man will …Ach – was will man denn? .
      Alles Liebe,
      Michael

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  3. lieber Michael,
    ich habe nun nachgelesen und bin begeistert von den letzten einträgen.
    sehr ansprechend sind auch die kurzen künstlerportraits aus deiner ehemaligen heimat!
    ich lasse alles auf mich wirken!

    mit vielen lieben grüßen
    gabriele

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    1. Herzlichen Dank, liebe Gabriele! Manchmal überlege ich doch, ob ich mit dieser oder jener Formulierung – oder wegen einzelnen Texten, ein schlechtes Gewissen haben sollte. … aber wenn ich versuche ein Gewissen bei manch anderen Menschen zu finden, wandle ich oft im Dunklen.
      Vielleicht stelle ich in Zukunft öfters mal etwas von Leuten die ich sehr mag auf diese Seite.
      Alles Liebe,
      Michael

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    1. Dankeschön, liebe Gabriele! Deine Meinung hierzu ist mir sehr, sehr wichtig!
      Ja. Ich habe mir ja auch vorgenommen, einen völlig neuen Weg zu gehen. … und an Weggabelungen ohne Wegweiser ist es eben oft so, dass man gut überlegen muss, wo es lang geht..
      Alles Liebe,
      Michael

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