drei Freunden

dsc04718Seit vielen Jahren hab ich ein Foto in meinem Nachtschränkchen. Ich machte es von sehr guten Freunden auf einer Winterparty in meiner ehemaligen Heimat Siebenbürgen. … ich weiß es nicht mehr- vielleicht  könnte es Sylvester gewesen sein.

Georg starb an Leukämie. Hans an Magenkrebs. Michael schwamm über die Donau – er wollte über Jugoslawien nach Deutschland fliehen. Er wurde dabei erschossen.

Manchmal sehe ich das Foto an und denke an unsere gemeinsame Zeit. … und an die vielen Menschen, die auf der Flucht sind. … oder an die, für die keine „Spaßraketen“ am Himmel leuchten und pfeifen und knallen. … sondern ihnen Angst und Tod bringen.

Uns allen wünsche ich ein friedliches, gesundes und frohes Jahr 2017

ein Foto

.

gefesselte Zeit
voll Ewigkeit

in tiefen Zügen
tranken wir Jugend
und Freundschaft

hell erleuchtet
im Schwarz der Unendlichkeit

nun

ein Foto
und drei Gräber
verstreut

Erinnerung
und Dankbarkeit

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Bekenntnis

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Heimat

.

nicht Krieg nur
kann ich dir
in deine Fahne schreiben

nicht Blut nur ist es
was an deinen Fersen klebt

gedenken will ich der Millionen Toten
der Pein und Qual
die deinen Namen tragen

doch bist du mein
dies darf und will
ich offen sagen

auch lieb ich deine Art
in tausend schönen Dingen
die dir eigen sind

meine Heimat
will ich auch im Guten
in dir finden

mag mit dir frei sein
ohne Hass

meiner Sprache
meinem Glauben
deinen Müttern
deinen Vätern treu

von Sünde

dscn0745„freie Erinnerung an Otto Müller“, Acryl auf Leinwand, 70×100 cm

von Sünde

.

ob`s wohl im Dunkel war
als Gott den Mann erschuf
weil er in groben Formen nur
der Schönheit nicht gedacht

dienet doch ein Werkzeug
alleine nur dem Zweck

das Weib
schuf er bestimmt bei Licht
und gab ihm der Versuchung Reiz
an Schönheit wohlgeformt
die immerwährend lockend Weiblichkeit

damit hast du mein lieber Herr
die Sünde uns ins Nest gelegt
doch ewig Dank gebühret dir
für diese Freude – allezeit

Ein gesegnetes Weihnachtsfest

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Liebe Besucherinnen und Besucher, trotz allem, was an Widerlichem in der Welt vor sich geht, wünsche ich euch ein frohes, besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest! Es macht mich traurig, dass dieses Fest heuer für viele Menschen wieder kein Grund der Freude sein kann.

oh Herr

du gabst
uns deine Liebe
die Geborgenheit deiner Nähe

du lehrtest uns
dir zu folgen

unser Dasein zu verstehn
uns
und die Menschen zu lieben

am Kreuze
starbst du für uns

nun
gedenken wir deiner Geburt
doch unsere Wege
sind dunkel

uns ängstigt

dein Licht
scheint so weit

besinne dich

HPIM0985.JPG„der ideale Mensch“

besinne dich

 

Mensch

wem überlässt du denn dein Denken
bist du`s noch selbst
der deine eigne Meinung
in dein Leben baut

verdorbnes Saatgut
wird die Ernte stets beschränken
die Zukunft deiner Kinder
hast du bald versaut

wach auf
reiß die Antenne ab

der vorgekaute Mist
taugt nicht die Energie
die täglich du vergeudest
besinne dich

auf das was dir vertraut

Einen Augenblick

 

An diesem Tag gingen die beiden Kollegen pünktlich um 15 Uhr 45 heim.
Doch er wollte das Gerät noch fertig machen – was vielleicht eine halbe Stunde dauern würde. Zu Hause hätte er heute sowieso nichts vor.

Die Halle war ziemlich ruhig, da kaum noch jemand arbeitete.

Sein Arbeitsplatz lag am Ende des Ganges, der in die andere Halle führte. So konnte er sehen, wer rauf oder runter ging.

Kurz nach 16 Uhr kam Albert des Weges und bog am Zugang zu den Sozialräumen ab.
Und er sah auch, wie Albert nach zehn Minuten wieder zurückkam.
Sie winkten sich zu. Albert hatte seinen Motorraddress angezogen und ging über den gekommenen Weg Richtung Ausgang.

Nach weiteren zehn Minuten war er mit der Arbeit fertig, verschloss den Werkzeugwagen, fuhr den Rechner runter, ging Hände waschen, zog sich an und machte sich auf den Heimweg.

Im Auto dröhnte ein nerviges Lied aus dem Radio. Er schaltete ab – es wären sowieso nur sieben Kilometer bis nach Hause.

Als er an der Einmündung der Bahnhofstraße vorbeikam, stand da ein Auto quer in der Straße, ein paar Meter weiter lag ein Motorrad und unmittelbar daneben stand ein Rettungswagen.

Um niemanden zu behindern, fuhr er weiter.

Doch während der Fahrt dachte er an Albert – ob er wohl der Verunglückte sei.?
Die Gedanken rasten ihm durch den Kopf.

Ein Zuruf in der Arbeit hätte vielleicht eine kleine Verzögerung zur Folge gehabt – wenn auch nur den Bruchteil einer Sekunde. … einen Augenblick.
Es wäre dadurch wahrscheinlich nicht zum Unfall gekommen.

Am nächsten Tag – die Gewissheit.
Es war Albert – und er verstarb am Unfallort.