„Einladung“ – Johanna Ambrosius

Meine lieben Leserinnen und Leser! Mit meiner Einstellung von Fallerslebens „Ausländerei“ sind Missverständnisse entstanden. Dies tut mir sehr, sehr Leid!
„Einladung“ von Johanna Ambrosius stelle ich heute ein, weil ich meinen scheinbar abweichenden Standpunkt nie selbst in schönere und bessere Worte fassen kann.

Johanna Ambrosius (1854-1939)

Einladung

Wie lange willst Du draußen stehen?
Komm‘ nur herein, Du lieber Gast,
Die Winde gar zu stürmisch wehen,
Komm‘, halt ein Weilchen bei mir Rast.
Vergebens gingst um Obdach bitten
Schon lange Du von Tür zu Tür,
Ich weiß, was Du dabei gelitten,
Komm‘, ruhe endlich aus bei mir!

Lass Dich getrost nur bei mir nieder,
In meine Hände leg‘ Dein Haupt,
Dann kommt gewiss der Frieden wieder,
Den Dir die böse Welt geraubt.
Dann steigt mit sanftem Flügelfächeln
Die Liebe aus des Herzens Grund,
Und zaubert Dein geliebtes Lächeln
Aufs neu‘ um Deinen ernsten Mund.

Komm‘, ruhe aus, ich will Dich halten,
So lang noch eine Ader schlägt,
Mein Herz wird nie für Dich erkalten,
Auf wenn man es zu Grabe trägt.
Du schaust mich an in zagem Sehnen,
Bleibst stumm ob der verheiß’nen Luft,
Und hast nur Tränen, nichts als Tränen,
Komm‘, wein‘ Dich aus an meiner Brust!

Johanna Ambrosius

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6 Kommentare zu “„Einladung“ – Johanna Ambrosius”

      1. Ja, Michael, es ist ein wahrer Wahnsinn. Seit ich politisch denken kann, ist der Nahe Osten ein Kriegsschauplatz UND die Geburtsstätte dreier Weltreligionen!
        Deine Gefühle teile ich!

        Mit lieben Grüßen
        Anna-Lena

        Gefällt 1 Person

  1. Welche Missverständnisse sind bei wem entstanden? Das Gedicht ist vor langer Zeit geschrieben worden und muss im Kontext der damaligen Zeit gesehen werden. Natürlich kann man es gezielt zur Stimmungsmache für oder gegen etwas benutzen. Aber das kann man mit etwas bösem Willen, mit fast allen Worten tun. Wortklauberei nennt man das. Ich kenne und erlebe das oft.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Mayumi, ich hab mich auch außerhalb meines Blogs damit auseinandergesetzt – und ich möchte die Meinung von jemandem respektieren, den ich sehr mag. … auch wenn die meine davon abweicht.
      Ich selbst stehe also zu dem Gedicht, weil meine Interpretation eine völlig andere ist, als manch andere Menschen das Gedicht deuten könnten.
      Ob es Wortklauberei ist, möchte ich nicht mehr bewerten.
      Auf jeden Fall, bleibt das Gedicht so stehen. … denn ich sehe es nicht im Konflikt mit diesem an dieser Stelle.
      Ich kenne Deine Meinung und bin darin bei Dir.
      Alles Liebe,
      Michael

      Gefällt 1 Person

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