Februar

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Februar

.

es haucht
ein kleiner Frühling
aus den Winden

mir ins Gemüt
den kalten Winter
aus dem Land

noch schlafend
liegt der Park
gesäumt von Linden

verträumt und still
stehn wir am Bächlein
Hand in Hand

schon rufen Amseln
ihren Liebsten
in die Ferne

und lauschen
ihrem Singen
bis zur Nacht

in der Wiese liegen
und in deinen Armen
würd ich gerne

doch viel zu früh
bin ich
aus meinen Träumen aufgewacht

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Theodor Storm

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Gedenkst du noch

 

Gedenkst du noch, wenn in der Frühlingsnacht
Aus unserm Kammerfenster wir hernieder
Zum Garten schauten, wo geheimnisvoll
Im Dunkel dufteten Jasmin und Flieder?
Der Sternenhimmel über uns so weit,
Und du so jung; unmerklich geht die Zeit.

Wie still die Luft! Des Regenpfeifers Schrei
Scholl klar herüber von dem Meeresstrande;
Und über unsrer Bäume Wipfel sahn
Wir schweigend in die dämmerigen Lande.
Nun wird es wieder Frühling um uns her,
Nur eine Heimat haben wir nicht mehr.

Nun horch ich oft, schlaflos in tiefer Nacht,
Ob nicht der Wind zur Rückfahrt möge wehen.
Wer in der Heimat erst sein Haus gebaut,
Der sollte nicht mehr in die Fremde gehen!
Nach drüben ist sein Auge stets gewandt:
Doch eines blieb – wir gehen Hand in Hand.

Theodor Storm

Nikolaus Lenau

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Der kriegslustige Waffenschmied

 

Spritze Funken, Säbelklinge,
Werde meinen Hammerschlägen
Hart, geschmeidig, scharf, du Degen,
Daß dich froh der Reiter schwinge!

Schwert, wie dir mein Hammerschwingen
Helle Funken ausgetrieben,
Sollen bald von deinen Hieben
Seelen aus den Leibern springen.

Friede ist ein falscher Engel,
Unkraut wuchert auf zu Wäldern,
Steuern wachsen auf den Feldern
Mehr als Korn und Weizenstengel.

Friede hat das Menschenleben
Still verwahrlost, sanft verwüstet;
Wie er seiner Tat sich brüstet!
Alles hängt voll Spinneweben.

Ha! nun fährt der Krieg dazwischen;
Klafft und gähnt erst manche Wunde,
Gähnt man seltner mit dem Munde,
Kampf und Tod die Welt erfrischen.

Feige Lüge aus dem Herzen
Treibt der Krieg, der offne, scharfe,
Weil der Tod zerreißt die Larve,
Weil die Wunden ehrlich schmerzen.

Wieder soll in Kampfgewittern
Frische Luft der Wahrheit wehen,
Tote werden auferstehen,
Menschentreter werden zittern.

Nikolaus Lenau

Stephan Ludwig Roth – Leben und Abschied

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Stephan Ludwig Roth (* 24. November 1796 in Mediasch; † 11. Mai 1849 hingerichtet in Klausenburg)

Stephan Ludwig Roth wurde als Sohn des Lehrers und evangelischen Pfarrers Stephan Gottlieb Roth in Mediasch geboren. Er besuchte das Gymnasium in Mediasch und Hermannstadt, wo er 1816 die Reifeprüfung ablegte. Ein Stipendium ermöglichte es ihm ab 1817 Theologie an der Universität Tübingen zu studieren. Im Frühjahr 1818 lernte er auf einer Reise in Karlsruhe Wilhelm Stern kennen, der ihn mit dem Gedankengut von Pestalozzi bekannt machte. Er unterbrach daraufhin 1818 sein Studium um nach Yverdon zu Pestalozzi zu ziehen. Ab 1. Januar 1819 übernahm er dort den Lateinunterricht nach der Pestalozzischen Methode. Noch in Yverdon begann er mit der Arbeit an einem Werk über den Unterricht in den alten Sprachen.

Anfang 1820 forderte sein Vater ihn zu Rückkehr nach Siebenbürgen auf. Roth trat im April 1820 die Rückreise an, machte aber Station in Freiburg, Karlsruhe und Tübingen, wo er innerhalb von vier Tagen eine Abhandlung über „Das Wesen des Staates als eine Erziehungsanstalt für die Bestimmung des Menschen“ schrieb, aufgrund derer er zum Doktor der Philosophie und Magister der freien Künste promovierte. Auf einer Zwischenstation in Wien musste er die Erfahrung machen, dass seinen neuen Erziehungsideen wenig Gegenliebe entgegengebracht wurde. Es wurde ihm sogar verboten, seinen im Ausland erworbenen Doktortitel zu tragen.

Im September 1820 war er wieder in Siebenbürgen, wo er für seine pädagogischen Reformpläne warb, anfangs ohne großen Erfolg zu haben. 1821 wurde er Gymnasialprofessor in Mediasch, 1828 zuerst Konrektor und 1831 Rektor des Gymnasiums. Er versuchte einige der Pestalozzi-Methoden im Mediascher Schulwesen einzuführen, beispielsweise das Turnen und Singen als Unterrichtsfächer zu etablieren. Mit seinen modernen Ideen kam Roth mit dem konservativen Lehrerkollegium in Konflikt. Nachdem er zwei Berufungen zum Pfarrer abgelehnt hatte, nahm er 1834 die Berufung zum ersten Prediger an der evangelischen Kirche in Mediasch an. 1837 wurde er zum Pfarrer von Nimesch gewählt, wo auch schon sein Vater gewirkt hatte, und 1847 zum Pfarrer in der Nachbargemeinde Meschen.

Derweilen verstärkten sich in Ungarn und auch in Siebenbürgen, das damals noch habsburgisches Kronland war, die Magyarisierungstendenzen der Ungarn gegen die anderssprachigen Landesbewohner. Als Anfang 1842 auf dem Landtag in Klausenburg über die Sprachenfrage debattiert wurde, begann Roth die Arbeit an einer Schrift, die er im Mai 1842 unter dem Titel „Der Sprachkampf in Siebenbürgen. Eine Beleuchtung des Woher und Wohin?“ veröffentlichte. Diese brachte ihm von ungarischer Seite erhebliche Angriffe ein. Sein Widerstand gegen die Magyarisierung und von den Ungarn als provokativ empfundenene Aussagen, wie

„Ich sehe nicht die Notwendigkeit, diesem Land eine neue ofizielle [sic!] Landessprache zu verordnen. Wir besitzen bereits eine Landessprache. Diese ist weder die deutsche noch die ungarische Sprache, sondern die rumänische Sprache, die Sprache der Bevölkerungsmehrheit.“

zog ihm sogar den Hass der Ungarn zu.

Um das Deutschtum in Siebenbürgen zu stärken, warb Roth in Württemberg um Einwanderer nach Siebenbürgen. Daraufhin kamen im März 1846 307 Familien mit 1.460 Personen. Dadurch wurde er in den Augen vieler Ungarn erst recht zum meistgehassten Siebenbürger Sachsen.

Während der Revolutionswirren von 1848 blieb Roth kaisertreu und wurde vom Feldmarschallleutnant Anton Puchner zum kaiserlich bevollmächtigen Kommissär für die sogenannten „13 sächsischen Dörfer“ im Bezirk Kokelburg (rum.: Cetatea de Baltă; ung.: Küküllővár) ernannt.

Nachdem die ungarische Armee Anfang 1849 einen Sieg gegen die Kaiserlichen errang und in Mediasch einzog, wurde er am 21. April 1849 auf Veranlassung des ungarischen Regierungskommissars in Meschen verhaftet und nach Klausenburg überführt. Hier tagte am 10. und 11. Mai das Standgericht und verurteilte ihn nach einer Prozessfarce zum Tode. Bereits am Nachmittag des 11. Mai 1849 wurde er erschossen.
Nach seiner Verurteilung zum Tod durch das militärische Standgericht in Klausenburg, blieben Stephan Ludwig Roth nur noch drei Stunden bis zu seiner Hinrichtung. In dieser Zeit schrieb er einen Abschiedsbrief an seine Kinder in Meschen, in dem er auch auf einige Aspekte seines sozialen und politischen Handelns eingeht.

Datei:Stephan Ludwig Roth Abschiedsbrief Ausschnitt 1.jpg

Fragment 1

Datei:Stephan Ludwig Roth Abschiedsbrief Ausschnitt z.jpg

Fragment 2

Liebe Kinder.

Ich bin eben zum Tode verurtheilt worden und in 3 Stunden soll dieses Urtheil an mir vollzogen werden. Wenn mich etwas schmerzt, so ist es der Gedanke an Euch, die ihr ohne Mutter seid und nun auch den Vater verliert. Ich aber kann dieser Macht, die mich zur Schlachtbank führet nicht widerstehen, sondern ergebe mich in mein Schicksal wie in einen Rathschluß Gottes, bei dem auch meine Haare gezählt sind.

An Sophie schließt Euch alle fest an und betrachtet sie als Eure Mutter. Seid gehorsam gegen Gott und ehrerbietig gegen jedermann damit es Euch wohlergehe oder ihr es wenigstens verdient. Mit dem Vermögen, das ich in großer Unordnung hinterlasse haltet Rath, damt ihr Mittel in den Händen habt zu Eurer Bildung. Es gibt noch viele gute Menschen die auch um Eures Vaters Willen Euch raten und helfen werden.

Meinen Schwägern in Kleinschelken, Mediasch und Hodvilag bringe ich in meinen letzten Augenblicken meinen Dank für alles dar was sie mir getan haben, auch für das, was sie meinen Kindern noch tun werden. Die Frau Lehrerin wird mir einen Gefallen tun, wenn sie solange noch dableibt, bis meine Habseligkeiten werden geordnet und jedes Kind unter einem Flügel sein wird. Der Heiland wird ihr für ihre treuen Dienste gerecht werden. Das ungarische Findelkind, welches ich zur Aufziehung aufgenommen, bitte ich ferner zu unterhalten. Nur wenn es die Eltern verlangen sollten, hätten sie ein näheres Recht dazu, ich habe ohnehin keins mehr auf dieser Welt.

Meiner Meschener Kinder, meiner Nimescher gedenke ich in Liebe. Lasse Gott diese Gemeinden reich werden, reich an Früchten der Gottseligkeit, wie Fruchtbäume deren belastete Äste bis zum Boden hängen. Ich habe wenig an ihrer Veredlung gearbeitet und nur wenig Samen ausgestreut. Möge der Segen der Ernte die Halme um so kornreicher machen. Liebe habe ich gepredigt und redliches Wesen. Mein Tod möge meinen ausgestreuten Worten einen um so größeren Nachklang verschaffen. Lebet wohl, liebe Leute.

Mit meiner Nation habe ich es wohlgemeint, ohnen es mit den anderen Nationen übel gemeint zu haben. Meine Amtierung in Elisabethstadt und Kokelburg habe ich aus Gehorsam in einen höheren Willen geleistet. Dieses ist das politische Verbrechen, das mir den Tod zuzieht. Eines Verbrechens bin ich mir aber unbewußt. Fehlgriffe könnten es sein, die ich getan hätte, vorsätzlich gewiß kein Unrecht.

[…]

Die Zeit eilt – ob der kranke Leib meinen willigen Geist ehrlich tragen werde, weiß ich nicht. Alle, die ich beleidigt habe, bitte ich um herzliche Verzeihung. Ich meinerseits gehe aus der Welt ohne Haß und bitte Gott meinen Feinden auch zu verzeihen. Mein gutes Bewußtsein wird mich auf meinem letzten Gang trösten. Gott sei mir gnädig, führe mich ins Licht, wenn ich im Dunkeln war und lasse diese Veranstaltungen die mich umgeben meine Sühne sein für das, was ich in dieser Sterblichkeit gefehlt habe.

So sei es denn geschlossen in Gottes Namen.

Klausenburg am 11. Mai 1849

Stephan Ludwig Roth.
Ev. Pfarrer in Meschen.

Nachträglich muß ich noch dazusetzen, daß ich weder im Leben, noch im Tode ein Feind der ungarischen Nation gewesen bin. Mögen sie dies mir als dem Sterbenden auf mein Wort glauben, in dem Augenblick, wo sonst alle Heuchelei abfällt.

(Quellen: – Internet)

Gottfried August Bürger

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Die Esel und die Nachtigallen

Es gibt der Esel, welche wollen,
Daß Nachtigallen hin und her
Des Müllers Säcke tragen sollen.
Ob recht, fällt mir zu sagen schwer.
Das weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.

Der Bauer

Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu
Zerrollen mich dein Wagenrad,
Zerschlagen darf dein Roß?

Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch
Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut
Darf Klau’ und Rachen haun?

Wer bist du, daß, durch Saat und Forst,
Das Hurra deiner Jagd mich treibt,
Entatmet, wie das Wild? –

Die Saat, so deine Jagd zertritt,
Was Roß, und Hund, und du verschlingst,
Das Brot, du Fürst, ist mein.

Du Fürst hast nicht, bei Egg und Pflug,
Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.
Mein, mein ist Fleiß und Brot! –

Ha! du wärst Obrigkeit von Gott?
Gott spendet Segen aus; du raubst!
Du nicht von Gott, Tyrann!

displaced – Regina Schönleitner

HPIM0990.JPGStahlskulptur „Mauern“ – Michael Hermann

displaced

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fühl mich oft
nicht angebracht
ausgelacht
mit unmut bedacht
in dieser welt

fühl mich
wie ausgesetzt
trotz vernetzung
entgegengesetzt
weiß nicht was hält

beweg wie im trance mich
vergeb die chance ich
zieh mich zurück
stück für stück

hab gedanken eingekühlt
tief vergraben, verwühlt
so bleibt die einsamkeit
mein gefühl

In dieser Welt,
in der der Schein
mehr zählt
als das Sein,
in dieser Welt.

(c) Regina Schönleitner

Dankeschön für diesen tollen Text, liebe Regina! Mehr von Reginas Gedichten? Ihr Blog sagt mehr.

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