vom Land hinter den Wäldern

einst
lebt` ich hinter Zäunen noch
und Mauern

malte mir Bilder
von der großen
weiten Welt

dem Westwind
legt` ich Träume
in die Flügel

über Grenzen schwebten sie
und wurden wahr

nun
werd` ich älter
doch die Kinderträume blieben

der Wind
hat sich gedreht
doch hinter den Wäldern
stirbt die Zeit

Es summt und brummt

 

Da in unserem Garten ziemlich viel rumfliegt, hab ich diese Woche eine spontane Idee sofort in die Tat umgesetzt. Aus Renovierungsarbeiten hatte ich die Badezimmertüre übrig. Sie war innen hohl und mit unzähligen „Gängen“ durchzogen. Ich hab sie in 25 cm breite Streifen geschnitten, diese aufeinandergeschraubt, aus sonstigem Restholz noch eine Umfassung und ein Dach gemacht. In die eigentlich großen Gänge hab ich noch irgendwelche Hölzer reingesteckt, um diese etwas zu verengen. Bin nun gespannt, ob und was da alles so nisten möchte.

Hummeln sind so friedlich, dass man sie streicheln kann. Sie lassen uns in Ruhe, auch wenn sie nicht gerade über ihren Lieblingsblüten vom Lavendel sind.

Doch Wespen können eine richtige Plage werden – besonders, wenn man wahrscheinlich einige Nester in der Nachbarschaft hat. Dazu hab ich dieses Jahr aber eine spannende Entdeckung gemacht. Diese gelben Sträucher, die ich heuer erst gepflanzt habe, ziehen sie richtig an. Kommt man ihnen da näher, sind sie total entspannt, setzen sich beim knipsen auf die Hand – und fliegen wieder zu ihrem Strauch zurück. Auf die in der in der Nähe gelegene  Terrasse, kommen sie ganz selten – und wenn, wirken sie wie bekifft. PEACE. Es ist einfach toll.

 

heute bin ich frei

Ringmauer der Kleinschelker Kirchenburg von innen

heute bin ich frei

heute
reise ich von Wolke
zu Wolke

und schwebe
weich gebettet unter der Weite
des endlos blauen Himmels dahin

und ich sehe von oben
tief unten die Farben
kein Grau
und kein Schwarz

nur grün in den Wäldern
und gelb in den Feldern
gepunktet von rotem Mohn

und im Spiegel des Wassers
leuchtet der Augenblick
und ich halte ihn fest

und irgendwie
bin ich frei
und ich reise

einem Traum hinterher

du fragst nicht mehr

.

ich höre deine Stimme
nicht mehr
du bist so weit
meines Traumes entrückt

hab dich im Dunkel verloren
das Leuchten
deiner Augen zerstört

du fragst nicht mehr
du leerst deinen Sinn

deinen Füßen
brechen die Pfade
das Meer
weicht deinem Schiff

deine Wiege
sah ich im Winde schweben
doch die Zeit
floss mit der Hoffnung dahin

Hagnauer Weinfest

Bildergebnis für hagnau bilderHagnau am Bodensee
.

wenn vom alten Torkel
Musik zu den Weinbergen steigt
und im lauen Sommerabend
das leise Plätschern des Sees
süß die Trauben
zur Ruhe wiegt
die Wilhelmshöhe in Rot
von der Sonne gemalt
sich schlafen legt
komme ich wieder
und wir singen
von der Fischerin
am Ufer bei lieblichem Wein
und die Kapelle spielt
als stehe die Zeit heute still
kein Gestern, kein Morgen
vergessen die Welt

von der Ewigkeit

könnt ich die Ewigkeit sehen
würde ich vielleicht
aus ihrer Quelle trinken
und fischend
durch ihre Auen fahrn

tausend Namen
könnt ich
in den Himmel schreiben
Buchstaben
gepunktet mit Sternen

vielleicht
aufhören zu weinen
meinen Tränen
das Salz entziehen
Sonnenblumen gießen

um von ihnen zu lernen
mein Gesicht
dem Lichte zu drehn

die Alten
könnte ich trösten
und Jungen Flügel verleihen
die Armen umarmen
ihnen ein Bruder sein

die Welt
auf Händen tragen
sanft
bis zur Unendlichkeit

Vom Wandel der Zeit – IV (Det Frägohr kit en de Wegden,)

Kleinschelken (Blick vom Kirchturm der ev. Kirche)

Vom Wandel der Zeit – IV (Det Frägohr kit en de Wegden,)

Spielten wir im Winter meist in der Nähe des Dorfes, am und im zugefrorenen Bach und im Dorf selbst, zog es uns sobald der erste Schnee schmolz in die umliegenden Berge und Wälder.

Wir waren fröhliche Kinder und wir nutzten die ganze Umgebung von Kleinschelken als Spielplatz. Wahrscheinlich half dem einen oder anderen diese scheinbar grenzenlose Freiheit über so manche oft unschönen Dinge, die sich unter den alten Dächern ereigneten hinweg – vom Berg und damit von oben herab fühlte sich vieles ganz anders an.

Bei unseren ersten Ausschwärmungen in die Landschaft stimmten wir oft Lieder an und sangen so laut und vergnügt und ausgelassen, wie ich es heute sehr gerne ab und zu von mir selbst wieder hören möchte. … wie gern würde  ich ab und zu die Zeit in diese Momente zurückdrehen!

An eines dieser Lieder erinnere ich mich ganz besonders gerne – erst viel später erfuhr ich, dass es Grete Lienert, diese wunderbare siebenbürgische Volksdichterin schrieb:

Det Frägohr kit en de Wegden,
neu zähn mer Fleircher schnedgen
af’t Field un de Bauch, än den Bäsch.
Paulemitzker sen erwaucht vum Dreimen,
all soingen bruoingen mer se heimen,
[:eus Harzker schloon esi friu ouch fräsch.:]

Kut, kut net sätzt nor äm Schaden,
klappt fiest ihr Komeraten,
bes dat de Schuul sich leist.
De Meidcher dä hun Bleumen fangden,
en hun schiun Krinz fiur eus gebangden,
[: hurra, neu warde mer bekrinzt! :]

Heirt wä de Fleircher kloingen!
Heirt wä de Meidcher soingen!
Daut schollt durch de guenz Gemein.
Mir sen de Frägohrsmusikanten
en spillen wä de Adjuvanten.
[: Et froaet sich oelles – Grius uch Klein.:]

Ich versuche es zu übersetzen:

Das Frühjahr kommt in die Weiden
nun ziehn wir Pfeifchen schneiden
aufs Feld an den Bach in den Wald.
Palmkätzchen sind erwacht vom träumen
singend bringen wir sie heim,
[: unsere Herzchen schlagen so froh und frisch:]

Kommt, kommt sitzt nicht nur im Schatten,
klopft fest ihr Kameraden,
bis dass die Schale sich löst.
Die Mädchen haben Blumen gefunden
und haben schon Kränze für uns gebunden,
[: hurra, nun werden wir bekränzt!:]

Hört wie die Pfeifchen klingen!
Hört wie die Mädchen singen!
Das schallt durch die ganze Gemeinde.
Wir sind die Frühjahrsmusikanten
Und spielen wie die Adjuvanten.
[: Es freut sich alles Groß und Klein:]