Sandor Petöfi

Ob ich den Herbst nun mag, oder nicht: – mit Petöfi hört er sich zumindest schön an.

Wieder ist der Herbst gekommen…

Wieder ist der Herbst gekommen,
schön, wie er mir immer schien.
Fragt mich nicht, aus welchem Grunde,
doch, weiß Gott, ich liebe ihn.

Auf dem Hügel unter Bäumen
sitze ich und schau umher,
seh und hör die Blätter fallen,
leise seufzend, mehr und mehr.

Lächelnd blickt die Sonne nieder
auf die Erde, sanft und lind,
liebevoll wie eine Mutter
auf ihr eingeschlafnes Kind.

Denn die Erde ist nur müde,
ist nicht etwa sterbenskrank,
schließt die Augen nur zum Schlummer,
schläft nur einen Winter lang.

Hat im Herbst die schönen Kleider
nur zum Ausruhn abgetan,
schmückt sich neu, wenn sie am Himmel
sieht den Frühling leuchtend nahn.

Schlafe bis zum Frühlingsmorgen,
überschlaf des Winters Nacht,
liebe Erde, träume glücklich,
träum von neuer Blütenpracht.

Leis laß ich die Saiten klingen,
schlafe, schlafe, bist so müd!
Mag mein Lied im Traum dich grüßen
zärtlich wie ein Wiegenlied.

Liebste, setz dich mir zur Seite,
schweig und lausche dem Gesang,
bis er wie des Windes Flüstern
ferne überm See verklang.

Willst du auf den Mund mich küssen,
tu es sanft und lautlos nur,
laß uns nicht im Traum aufstören
die entschlummernde Natur!

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3 Kommentare zu „Sandor Petöfi“

      1. Wie im wahren Leben, wenn man selbst im Herbst angekommen ist. Manche blühen dann noch einmal richtig auf, mit dem Wissen, das alles irgendwann ein Ende hat.
        Womit ich mich oft schwer tue, weil es für mich dann keinen Sinn ergibt.

        Gefällt 1 Person

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