Poem einer Königin

Carmen Sylva – Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied, Königin von Rumänien

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_zu_Wied

An meine Heimat

 

Du Rebenland, du grüner Wald,
du Rhein mit deinem Schimmer,
dein Glanz ist fern, dein Sang verhallt,
ich bin entflohn für immer!

Oft, oft schließ‘ ich die Augen zu,
dann hör‘ ich‘ singen, rauschen,
seh‘ Schiffe ziehn in sonn’ger Ruh,
den Wind die Segel bauschen.

Daß ich die schönste Heimat hab‘
in deutschen Gau’n besessen,
das macht, daß ich sie bis zum Grab
nun nimmer kann vergessen.

Ein kleiner Freund, der hat mich nicht
im fernen Land verlassen,
er zeigte mir sein Angesicht,
ließ seine Hand mich fassen.

„Das Märchen“ ist mein Freund benannt,
hier hat’s nur schwarze Haare,
trägt orientalisch‘ Prachtgewand
braun ist das Aug‘, das klare.

Und vom Karpathenurwald fliegt
zur Donau es, zum Meere,
auf seinen Brauen Schwermut liegt,
im Auge glänzt die Zähre.

Doch hat es allen Duft bewahrt,
die Reinheit tief im Herzen,
es singet lind, berühret zart
die großen Erdenschmerzen.

Die Wunderblumen, die es heut,
mußt ich dir eilend pflücken;
dir, Heimat, hab ich sie gestreut, —
könnt‘ ich ans Herz dich drücken!

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6 Kommentare zu „Poem einer Königin“

  1. oh, lieber michael, das ist toll, dass du hier etwas von ihr zeigst!
    sie stammt ja aus der gegend hier und ich bin ihr letztens in einem museum in neuwied zum ersten mal „begegnet“ und fand sie und ihre geschichte direkt sehr interessant!
    dieses gedicht sagt viel über sie, ihr empfinden, aus, scheint mir…
    alles liebe,
    diana

    Gefällt 1 Person

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