Nachtrag zu „Laura“

Ein kleiner Rückschlag: – ich habe die Kräfte die die Saiten auf das Material bringen ziemlich unterschätzt. Beim spannen hat der Steg, an dem die Wirbel sind, nach vorne nachgegeben. Das Fichtenholz  war zu schwach – dies, obwohl ich es noch mit Aluminiumprofil ummantelt hatte. Ich musste den Steg austauschen.

Da ich noch einige Reste Bankirai hatte – sogar die Maserung machte bei einem davon einen Bogen, was dem Holz für meine Zwecke noch eine extra-Stabilität geben würde, habe ich das verarbeitet. Bankirai ist ohnehin ein sehr, sehr hartes und stabiles Holz.

Bei dieser Einsicht schienen mir auch die offenen Wirbel ziemlich schwach zu sein. Hab deswegen neue, geschlossene nachgekauft und die alten ersetzt.

… und weil ich sowieso schon beim „Experimentieren“ war, habe ich auch verschiedene Möglichkeiten an Saiten getestet. Angelschnur z. B.  hatte auch einen ziemlich guten Klang, war aber von der Lautstärke her nicht so überzeugend. Da ich ja auch manchmal schweiße, habe ich auch Chrom/Nickel-Stahl-Schweißdraht – sogar in drei verschiedenen Stärken in meiner Werkstatt.  Diese Drähte habe ich nun aufgespannt. Sie lassen sich richtig gut stimmen. Auch gefällt mir ihr Klang deutlich besser, als der, der gekauften Saiten. Bin mit dem ganzen Ding nun recht zufrieden.

Möcht ein Baum sein – S. Petöfi

Möcht ein Baum sein, wärst du seine Blüte,
eine Rose, deren Tau du bist;
möcht der Reif sein, der sogleich verglühte,
wärest du die Sonne, die mich küßt.

Wärest du der Himmel, Mädchen, hinge
unzertrennlich ich an dir als Stern;
wärest du die Hölle, Liebste, ginge
ich sogar in die Verdammnis gern.

Sandor Petöfi

Musik – Rainer Maria Rilke

Was spielst du, Knabe? Durch die Gärten gings
wie viele Schritte, flüsternde Befehle.
Was spielst du, Knabe? Siehe deine Seele
verfing sich in den Stäben der Syrinx.

Was lockst du sie? Der Klang ist wie ein Kerker,
darin sie sich versäumt und sich versehnt;
stark ist dein Leben, doch dein Lied ist stärker,
an deine Sehnsucht schluchzend angelehnt. –

Gieb ihr ein Schweigen, daß die Seele leise
heimkehre in das Flutende und Viele,
darin sie lebte, wachsend, weit und weise,
eh du sie zwangst in deine zarten Spiele.

Wie sie schon matter mit den Flügeln schlägt:
so wirst du, Träumer, ihren Flug vergeuden,
daß ihre Schwinge, vom Gesang zersägt,
sie nicht mehr über meine Mauern trägt,
wenn ich sie rufen werde zu den Freuden.

„Laura“ ist fertig

Heute haben wir (ein lieber Mensch hat mir geholfen) die Saiten aufgezogen und Laura gestimmt. In der kommenden Zeit muss man aber noch mehrmals stimmen – das Ganze muss eingespielt werden. Mit dem Klang bin ich äußerst zufrieden. Schade, dass ihr es nicht hören könnt – ich wüsste nicht, wie ich den Ton auf das Blog bringen könnte.

Projekt „Lyra“ – II

Ich glaube, irgendwie klappt’s gerade. Der Rahmen ist grob verschliffen und  zwei Wände für den Klangkörper geleimt und grob geschnitten. Eine davon hab ich auch schon an den Rahmen geleimt. Bevor ich die Vorderseite anleime, muss ich innen noch einen Feinschliff machen und innen auch lackieren.

Es war gar nicht einfach, Klangholz für die Wände zu finden. Geigenbauer verwenden hierfür ein besonderes Bergfichtenholz, das zweihundert bis dreihunder Jahre gewachsen ist. Das hat dann eine besonders enge Maserung. Auch sollte die Maserung quer zum Brett stehen. So ist eine besonders gute Klangwiedergabe gegeben. Im Baumarkt ist dieses Holz nichtmal ansatzweise zu finden. Da gibt es überhaupt kein Stück, das ich in den letzten Tagen nicht in den Händen hatte. Dann sah ich unterm Regal eine Palette mit Terassenfliesen aus Lärchenholzbrettchen. Ich habe die ganze Palette umgelagert und dabei genau eine Fliese gefunden, wo die Maserung an fünf Brettchen quer stand. … ein Klopftest. Es hörte sich vielversprechend an. … und daraus habe ich nun die Wande gemacht – diese so bearbeitet, dass sie stellenweise nur noch vier mm stark sind.

projekt „lyra“ – I

Einen völlig ungwohnten Weg gehen. Ich habe von Musik überhaupt keine Ahnung – dies merkte ich schon, als ich in meiner Jungendzeit Trompete lernen wollte. Nach dem „Blumengeflüster“ ging’s nicht mehr weiter.

Nun studiert aber die Theatergruppe des Musikvereins jedes Jahr ein Theaterstück ein, um es dann im Februar, im Rahmen eines „Theaterbesen“,  jeweils zwei Mal vor ausverkaufter Kulturhalle zu spielen.

Manchmal darf ich dabei an den Requisiten ein wenig mitmischen.

Mit der Lyra betrete ich diesmal völlig unbekanntes Terrain. Ich hoffe sogar, dass man sie dann auch irgendwie spielen kann.. Mal schauen.

Der Rohling des Rahmens gefällt mir schon mal. … und in der entscheidenden Phase kann ich wahrscheinlich auf Hilfe zurückgreifen.