Alles still

Alles still!

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
und darüber thront das Schweigen
und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
man der Krähe heisrem Schrei,
keiner Fichte Wipfel rauschet
und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfes-Hütten
sind wie Gräber anzusehen,
die, von Schnee bedeckt, inmitten
eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
als mein Herz durch diese Nacht; –
Heiße Tränen niedertropfen
auf die kalte Winterpracht.

Theodor Fontane

Liebe Freundinnen, Freunde und Menschen,

ich wünsche euch einen sauberen Rutsch in das Neue, hoffentlich bessere Jahr 2021. Die, mit denen ich in diesem Jahr über dieses heimtückische Virus und unseren nötigen Umgang damit, gestritten habe, mögen mir verzeihen – oder auch nicht. Ich würde es wieder genauso tun. Meine eigene Mutter ist vorletzte Nacht daran verstorben – ich denke, wir alle sollten (noch) Angst vor einer Ansteckung haben und uns auch dementsprechend verhalten. Wenn jeder von uns sein Gegenüber schützen würde, wäre uns dadurch ALLEN sehr geholfen.

Bleibt gesund!

Euer Michael

Richtigstellung

Richtigstellung zur Interpretation einer Bloggerin

Das sagte Frau Käẞmann:

Tobias Armbrüster: Frau Käßmann, haben die Menschen in Deutschland ein Recht auf ein Weihnachtsfest im Kreis der Großfamilie oder im großen Freundeskreis?

Margot Käßmann: So ein Recht auf so ein Weihnachtsfest gibt es nicht, und ich denke, dass wir sagen müssen, dass Weihnachten dieses Jahr anders sein wird. Das ist ganz klar unter Corona-Bedingungen und damit müssen wir uns abfinden. Wir dürfen uns da ja auch nichts vormachen, als sei am 23. Dezember die Welt auf einmal eine andere, eine ohne Corona, und jetzt können wir richtig feiern. Dann wachen wir alle auf am 28. Dezember und die Infektionszahlen gehen dramatisch in die Höhe.

Und das wurde daraus gemacht:

(Aus rechtlichen Gründen möchte ich  den Text  nicht in originaler Wortreihenfolge wiedergeben.)

Laut eines Blogbeitrages einer Coronaleugnerin soll es sich bei der Aussage von Frau Käßmann um eine offensichtlich verwirrte Frau handeln, die den Deutschen Weihnachten nehmen will.

Wie die Vertreterin einer Religionsgemeinschaft einen solchen Unsinn verzapfen könne, sei der Bloggerin unbegreiflich. Aber so sei das mit Wölfen, die für die Hirten eine Herde leiten würden. Frau Käßmann sei ein gutes Beispiel dafür – sie hätte in den Augen der Verfasserin kein Recht mehr für Christen zu sprechen. In Japan würde man sich das Recht auf Weihnachten nicht vermiesen lassen – von einer Frau  deren Verwirrtheit sich vermutlich um den Pegel ihres Alkoholspiegels drehe.

Meine Überlegung dazu:

Vielleicht sollten wir uns alle in Rothenburg ob der Tauber bei Käthe Wohlfahrt über Weihnachtsbräuche informieren?! Nein – lustig soll dies nicht sein.

Aber diese Verdrehungen zeigen, wie Covid-19-Leugner ticken.

time-out

Ihr Lieben,
aufgrund der momentanen Lage – heute 952 Tote – gehen bei mir die Emotionen durch.
In meinem nächst gelegenen Krankenhaus (ländliche Gegend) – so lese ich heute in meiner Regionalzeitung – sterben täglich 3 bis 5 Menschen an Covid-19.
Und doch gibt es immer noch viele Menschen, die die Situation leugnen und sich durch die Politik und ihre Massnahmen in ihren Rechten eingeschränkt fühlen.
Dies sehe, lese und höre ich in den öffentlichen und legitimierten Nachrichten.
Und die Betreiber von diversen Blogs hier im Internet tun ein Übriges.
Ich habe für mich klare Informationen und mir daraus eine klare Meinung über die Situation und ihre Bewältigung gebildet.
Dies deckt sich oft nicht mit dem, was ich auf diesem Medium lese.

Aus diesem Grund werde ich ab sofort keine eigenen Beiträge mehr einstellen und auch keine anderen Blogs mehr lesen.
Wir nähern uns kriegsähnlichen Todeszahlen und es ist immer noch, und oft einfach nur Dummheit, was manchen Leuten dazu einfällt.
Über die Lage selbst kann ich nicht mehr hinwegsehen – nach Friede-Freude-Eierkuchen ist mir längst nicht mehr.
Macht es gut, habt Frohe Weihnachten und kommt gut in ein gesundes Neues Jahr!

Ob ich noch mal wieder hier zurückkomme, kann ich im Moment nicht sagen.
Gerade wird das Wort Triage auf n-tv erläutert – ich hoffe, dass wir es in nächster Zeit nicht öfters hören.

Habt es gut!

Euer Michael

angekommen

Infizierte und Tote in meinem Bekanntenkreis – in vergangenen Beiträgen schrieb ich hierüber.

Nun ist das Virus auch in meiner Familie angekommen.
Heute erfuhr ich, dass meine Mutter infiziert ist.

Neuestens macht man nun die Politik dafür verantwortlich, dass sich Covid-19 immer schneller ausbreitet – man hätte nicht rechtzeitig gehandelt.

Ich sage:
Unsere demokratischen Möglichkeiten haben dafür gesorgt, dass ein früheres Handeln nicht möglich war.
Die Politik hat zu zaghaft auf die Warnungen der Institute reagiert, weil man Angst davor hatte, gegen demokratische Regeln und Grundrechte zu verstoßen.

Bleibt die Frage:
Soll man in dieser Angelegenheit der Dummheit der Strasse mit ihren Leugnern und Verschwörungsheinis glauben – oder denen, die sich professionell mit der Pandemie beschäftigen?!

Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern.
Und ich weiß um die Gefährlichkeit, dies nicht tun zu dürfen – hatte meine Kindheit selbst in einem totalitären Staat.
Trotzdem liebe Querdenker: – achtet bitte auf die Verhältnismäßigkeit.

Wir müssen lernen: – Demokratie kann tödlich sein.

Ich liege wo am Wegrand übermattet

Ich liege wo am Wegrand übermattet –
und über mir die finstere, kalte Nacht,
und zähl schon zu den Toten, längst bestattet.

Wo soll ich auch noch hin von Grauen überschattet?
– Schutzengel haben nur auf Kinder acht.
Doch glaubt ich, daß ihr Menschen lieb mich hattet.

Die ich vom Monde euch mit Liedern still bedacht,
und weite Himmel blauvertausendfacht.
Nur weil ihr Gott zur Ehre alles tatet.

Die heilige Liebe, die ihr blind zertratet,
ist ja Sein Ebenbild – Ihr habt es umgebracht.
Zu dem ihr herzhinpochend einst wallfahrtet.

Darum auch lebten du und ich in einem Schacht
und doch im Paradiese blumumblattet –
bis wir erlagen hold versunken schwarzer Niedertracht.

Else Lasker-Schüler

Zur angekündigten Demo

Die Kundgebung für Samstag in Frankfurt ist abgesagt worden.
Während sich die meisten unserer achtzig Millionen Bürger darüber sorgen, wie sie gesund ins Frühjahr kommen, die Intensivstationen der Krankenhäuser aus den Nähten platzen, hunderte Menschen täglich an diesem Virus sterben, Weihnachten vor der Tür steht und niemand im Moment weiß, wie man es den Bürgern beibringen soll, dass diese Familientreffen zur Katastrophe führen werden, wollen sich doch tatsächlich und trotz Verbot, diese Alleindenker wieder versammeln um für ihre Rechte zu „kämpfen“ – ungeachtet dessen, dass ihr eigenes Verhalten (und das nicht nur während der Demo) zu einem nicht unerheblichen Maß zur Verbreitung von Covid-19 führt, sie damit die Freiheit und das Leben anderer mit Füßen treten.
Niemand in diesem Land wünscht sich chinesische Verhältnisse, wodurch die Chinesen das Virus scheinbar im Zaum halten.
Die Interessen der chinesischen Führung – die mit ALLEN Mitteln durchgesetzt werden, mögen uns in Europa unverständlich bleiben.
Unsere „Freiheitsfetischisten“ hierzulande sollten sich aber darüber Gedanken machen, wie das mit ihrem Protest denn in China wäre.
Unsere Lage ist den Meisten hier bewusst.
Um diese Meisten zu schützen, sollte man endlich härter gegen die vorgehen, die sie – dumm, oder verantwortungslos – gefährden.
Unmissverständlich: – KEINE chinesischen Verhältnisse.
Aber es darf auch nicht sein, dass man Angst vor der Unvernunft anderer haben soll.