Richard Oehring – Insel der Kalypso

Einsame Brücken schreiten stumm und schwer
hinaus und brechen ab im Ungewissen.
Der nackte Strand stürzt fahl sich in das Meer.
Die Möven schreien in den Finsternissen.

Auswandrerschiffe tosen durch die Nacht.
Ein dumpfer Fernesang. Ein Abschiedslallen.
Ein wirrer Trupp stürmt rasend wie zur Schlacht
ins Meer, aus dem noch seine Lieder schallen.

– So weh tut deiner bangen Lügen Qual.
Um Augen, die zermartert sehen müssen,
wirfst wie im Spiele du mir deinen Schal.

Halt mich. Ich bin so krank und ohne Wehr.
Verdammt und fort – ersticke mich in Küssen.
Hör doch – es brüllt nach mir das kalte Meer.

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