Ungeschminkt

(C) Michael Hermann, Stahlskulptur  „geschafft!?“

Ich bin einfach wütend.
Wie ihr wisst habe ich hier öfter was zum Thema Corona geschrieben. Dass meine Mutter vor ein paar Wochen daran gestorben ist – sie war 87. Aber wo liegt ethisch gesehen das perfekte Alter zu sterben?
Nachdem unser Landkreis (speziell mein Wohnort) vor einem Jahr der erste oder zweite Hotspot war, hat man hier vom Landrat über die Behörden, Vereine und Bürger vorbildlich gehandelt und die Inzidenzzahl auf Null heruntergefahren.
Weihnachten ging das dann wieder hoch auf 140 und fiel bis vor wenigen Tagen auf 28.
Nun stieg die Inzidenzzahl inerhalb einer einzigen Woche wieder auf 130.
Ausgangspunkte waren diesmal ein Kindergarten, eine Firma und eine Party. 
Mal ehrlich. Ich hoffe, dass man bald dazu übergeht, die Verursacher festzusetzen und ordentlich zu bestrafen.
Nein – langsam glaube ich nicht mehr, dass diese Sauerei vom normalen Bürger weitergegeben wird – es sind die Ferkel unter uns. Und die sind es auch, die damit unsere Wirtschaft und unser Gemeinwesen ruinieren und Menschen töten.
Vielleicht verliert man in den anonymen Großstädten die Realität aus den Augen. Bei uns auf dem flachen Land steht man ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüber.
Ihr Lieben – ich weiß, viele von uns möchten in Sachen Corona nichts mehr hören, nichts mehr schreiben und nichts mehr lesen. Aber, wenn ich das Geschehen um uns herum nicht mehr beim Namen nennen soll, werde ich mundtod. Wenn ich mich schminken müsste, würde ich zum Zirkus gehen.

Mal eben (nach)gedacht

(C) Michael Hermann, Stahlskulptur Ignorant

These 1:

Es gibt Menschen, die ihre Freiheit bedroht sehen, wenn man ihnen Regeln verordnet, die zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr beitragen sollen. Sie halten sich nicht an diese Regeln – tragen  dadurch zumindest dazu bei, dass sich mehr Menschen infizieren. Sie verlängern damit den Lockdown – gegen den sie ohnehin sind. Genau diese Menschen lassen sich auch keine Schutzimpfungen geben. Klar – zur Zeit hapert es mit Impfterminen – aber diesen Menschen geht es um ihre Grundsätze. Sie lassen sich auch später nicht impfen.

These 2:

Viele Menschen würden sich gerne impfen lassen – es geht ihnen aber nicht schnell genug. Die Politik verspricht uns immerhin, dass Ende September alle geimpft sein könnten.

These 3:

Die Geimpften sollen gegenüber den Ungeimpften keine Sonderrechte in Form von Freiheiten erhalten. Begründung: – es ist nicht sicher, ob man trotz eigener Immunität nicht doch noch Andere anstecken kann.

These 4:

Die Sich-an-die-Regeln-Haltenden und Geimpften sollen ihre Freiheit einschränken, damit sie diejenigen schützen, die selbst ihre Freiheit  gegenüber dem Gemeinwohl vorziehen.

Fazit:

Es bleibt der Allgemeinheit nichts Anderes übrig, als das so hinzunehmen – im Sinne des Allgemeinwohls.

Danke, ihr Denkmonopolisten!

 

Aus der Zeit gefallen

Gerade bin ich auf das alte Foto gestoßen. Es Zeigt die Kirchenburg (mit meiner Taufkirche) meines Geburtsortes Kleinschelken in Siebenbürgen. Die früher recht große Kirchengemeinde der Sachsen gibt es nicht mehr. Die Sachsen sind alle weg, die Kirche (fast) verwaist.

Unter dem Foto – der Text der einstigen Hymne von Kleinschelken. Wer etwas versteht – oder auch nicht – melde sich 😓

Noh un der Griußen Keokel
loat en hiesch Gemein,
far zwäschen Barch uch Häfel
loat sä gunz elein.
Huat de biest Weimern
uch de seßten Weng
uch de allerhescht Mädcher,
daut meß Klinschielken sen.

Stattlich stohn de Heiser,
fiest de Kircheburch
Far zwäschen Barch uch Häfel
Zä sich Wiesen durch.
Drauchber es der Hottert
liunt eus Plouch uch Mäh.
Von achthangdert Gohren
es eus Heimet hä.

Wat mir hun eus Older,
sä hun ist geschafft.
Än jeder Fur, jedem Wengstock
Stächt är Schweiß, är Kraft,.
Troa ir inich Bräder,
troa wä entzt uch äng:
Mir de Jugend vun Klinschielken,
mir lossen eus net!