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bleib immer du selbst

„Wenn ich ein Vöglein wär‘ …“

Hab heute vier Nistkästen gebaut und im Garten in den Bäumen verteilt. Das Besondere als Tipp: – KG-Rohre – längs, mittig geschnitten, eignen sich hervorragend als Dach. Davon hatte ich noch Verschnittstücke vom Hausbau aufbewahrt.

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Ferdinand von Saar – Böse Jahre

In meinem Leben gab es böse Jahre –
Wie jene aus der Bibel waren’s sieben –
Da hat mich ein Verhängniß umgetrieben,
Ich wandelte – und lag doch auf der Bahre.

Nicht ein Erinnern, das ich voll bewahre
Aus jener Zeit, wo, ohne Frucht geblieben,
Mein Geist in ödem Denken sich zerrieben,
Und Gram und Sorge bleichten meine Haare!

Gleich schwerem Traum zerfloß ihr dunkles Walten,
Und auf vernarbte Wunden kann ich zeigen,
Kaum wissend mehr, von wem ich sie erhalten.

Nur manchmal, einzeln und in wirrem Reigen,
Auftauchen schattenhafte Mahngestalten:
Männer und Frau’n, die wie aus Gräbern steigen.

Therapiezeit – (Blick) Perspektiven

… oder vom Sinn der Sinnlosigkeit

Wer verliert in dem, was sein muss und dem was sein soll, nicht den Überblick über Sinn und Sinnlosigkeit? 

Fragt mich zur Zeit jemand danach, was ich gerade mache, so antworte ich meist mit: – „Nix.“.  … natürlich nur in der Zeit, die ich mir zwei Mal die Woche nehme, um zwei Stunden lang einfach nur sinnloses Zeug zu tun.

Bei meinem neuen Projekt will ich einfach den Holzabfallkarton durchwühlen und die Rest-Schnitt-Stücke (fast) wahllos und ohne weitere Bearbeitung zusammenleimen. Ich weiß nicht was daraus wird, nicht wie lange ich daran „arbeiten“ werde und schon gar nicht, wie groß „es“ sein wird, wenn ich damit aufhöre. Ich will auch gar nicht an Fertigstellung denken. Ich mache eben nix.

Josephine von Knorr – Antwort

O frage nicht, was mein Entscheiden,
o dring nicht so in mich hinein —
den innern Kampf, laß mich ihn leiden,
in mich verschlossen und allein.

Wie eine Werkstatt, eine Schmiede
ist oft das menschliche Gemüt;
eh‘ sich gestalten kann der Friede,
wird d’rin gehämmert und geglüht.

Da darfst du nicht den Meister fragen,
was dieses und was jenes wird,
mußt lassen ihn an Arbeitstagen
bei seinem Werke unbeirrt.

Da darfst du nicht die Richtung weisen
der Hand, die kundig er gebraucht,
nicht rechten erst, wenn er das Eisen
in Feuer oder Wasser taucht.

Die Stunde kommt und wird bezeigen,
in welche Form er es gebannt —
und mich — mich laß in meinem Schweigen,
bis meine Seele ausgebrannt!

Anna Ritter – Fata Morgana

Mir ist, wir stünden Hand in Hand
noch einmal an der lieben Stelle,
da jener Traum uns aufgeblüht.
Vom Abendsonnenschein umglüht,
liegt gar so still die Wiese dort,
in Blüthen steht die alte Linde,
und grüßend wandert mit dem Winde
ein ungesprochnes, süßes Wort.
Es sickert immer noch die Quelle
leis raunend übern Brunnenstein –
der alte Zauber spinnt mich ein …
Und wie die Pilger an der Schwelle
des Heiligsten fromm niederknien,
so neig‘ ich mich in stillem Beten,
denn dieses Stückchen Erdenland
hat einst des Glückes Fuß betreten
und heilig, heilig ist der Ort.

… und nochmal Storm

An die entfernte M

Eilende Winde,
wieget euch linde,
säuselt mein Liedchen der Lieblichen vor;
Vögelein, singet,
Vögelein, bringet
Töne der Lust vor ihr lauschendes Ohr!
Öffne dich, Rose,
schwellet, ihr Moose,
reiht euch, ihr Blumen, zum duftigen Strauß;
weilt ihr am Herzen,
horcht ihren Scherzen,
bannet den trübenden Kummer hinaus.
Schimmernde Sterne,
strahlt aus der Ferne
himmlischer Höhen ihr Freude und Lust,
freundliche Sterne,
wärt ihr nicht ferne,
leuchtet ihr, tröstend die liebende Brust.

Theodor Storm