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kleiner Besuch

Liebe Besucher/innen, wahrscheinlich bin ich noch einige Wochen weg. Dies ist nur ein kleiner „Besuch“ zu mir selbst. Alles Liebe!      Michael

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allein

ich schwebe
und ich falle
was ist schon ein Tag,
ein Monat, ein Jahr

wenn Herbstwind Totenlieder
durch letzte Rosen singt
weint schweigend die Amsel
im Buchenhain

Eis wird die Farben wintern
ihnen ihr Leuchten entziehn
es werden Nebel steigen
und weilen

ich schließe die Türen
und warte
ich schwebe und falle
und bleibe allein

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Der Besserwisser

Mayumi hat das gar nicht schlecht gemacht. Dankeschön!

Es war vielleicht doch etwas schwieriger – hab ich mit manchen Sätzen doch selbst Probleme, sie zu übersetzen. Hab`s aber versucht. Das Ergebnis setze ich hier unter  den Link der gesprochenen Version. So könnt ihr das Gesprochene  mit der geschriebenen Übersetzung mitverfolgen.

Gesprochen:

 http://alma-vii.de/gedichte/Der%20Bieserw%E4sser.wma

Der Besserwisser

Manch einer, der ist nicht glücklich,
wenn er nicht gleich augenblicklich,
wie man was sagen zu können glaubt,
gleich das Gegenteil behauptet.

Spricht man „Nein!“, so sagt er „Ja!“
Sagt man „Wow!“, spricht er „Pfui!“
Spricht man „A!“, so sagt er „B!“
Ist was gut, spricht er „Oh je!“

Ist was schlecht, spricht er s`wär gut.
Friert man, spricht er „Herr, diese Glut!“
Ist was süß, spricht er „s`ist bitter!“ …. Ich glaube im Altdeutschen gibt`s „Gärze“ z.B. beim Bier
Ist weiß der Schnee, meint er, er wär schwarz.

Lacht man, schneidet er gleich Gesichter,
wird was besser, spricht er „Schlechter!“
Kommt ein Hengst, spricht er „`ne Stute!“
Fragt: „Warum“ ihn, meint er „Nur!“

Spricht man „Ach, das gibt es nicht!“
Sagt er gleich: „Doch und ob`s das gibt!“
Kurz, wenn er auch nicht mal will,
er behauptet das Gegenteil.

Eins würde ich nur noch gerne sehn:
sollt er, wenn man zu ihm spräche:
„Du bist ja ein Philosoph!“
sagen: „Ach nein, ich bin ein Schaf“.

Ein Versuch. Wer mag mitmachen?

Schuster Dutz, (1885 – 1968 )

Wer mag versuchen, den Text eines Gedichtes des Siebenbürgischen Dichters Schuster Dutz zu übersetzen?

Einige von Euch wissen vielleicht, dass die Siebenbürger Sachsen, aus der Rhein/Mosel-Gegend kommend, im 13. Jahrhundert Transylvanien besiedelten.

Durch die Lage – etwas außerhalb der deutschsprachigen Gebiete –  Siebenbürgens, hat sich die ursprüngliche Sprache der Siebenbürger Sachsen nahezu konserviert. Sie hat jedoch sehr große Ähnlichkeit mit dem heutigen  Lëtzebuergesch, das in Luxemburg gesprochen wird. Es ist mit etwas Geduld durchaus möglich, sich gegenseitig im jeweils eigenen Dialekt gesprochen zu unterhalten.

Also – wenn jemand Lust hat, folgt bitte dem ganz unten stehenden Link.

Das Gedicht „Der Biesserwässer“ wird von Hans Jakobi gelesen – ich habe es so von der HP der Almener Landsleute  http://alma-vii.de/phpalmen/   übernommen.

Viel Spaß bei der Übersetzung! Bitte gebt mir eure Gedanken als Kommentar! Ich würde mich sehr über eure Beteiligung freuen!

Alles Liebe,

euer Michael

http://alma-vii.de/gedichte/Der%20Bieserw%E4sser.wma

Achtung Nachtrag!

Auf Anregung durch Mayumis Nachfrage hab ich recherchiert und auf einigen Umwegen den Text auch in geschriebener Form gefunden. Es kann allerdings sein, dass dieser von der gesprochenen Version etwas abweicht – auch in Siebenbürgen gibt es von Ort zu Ort zum Teil wesentliche Dialektunterschiede.  Ansonsten ist der Schriftverkehr eigentlich ausschließlich in Hochdeutsch.

Der Biesserwässer

Munch ener, die as net glacklich,
Wunn hie net glech ugeblacklich,
Wai’m ast son ze kenne gligwt,
Stracks det Gejentil behigft.

Spracht em „Nai!“, ’si sot hie „Cha!“
Sot em „Tchih!“, spracht hie „Pi ha!“
Spracht em „A!“, ’si sot hie „B!“
As ast gaud, spracht hie „O jeh!“

As et licht, spracht hie’t wer gaud.
Freist em, spracht e „Harr, des Glaut!“
As ast seß, spracht hie „’t as gårz!“
As weiß der Schnii, mingt e wer schwarz.

Låcht em, schnegd e glech Gesichter,
Wid ast biesser, spracht e „Lichter!“
Kit en Hoist, spracht hie: „En Gorr!“
Frecht: „Wåram“ en, mingt e „Norr!“

Spracht em „Ah, dot git et net!“
Sot hie glech: „Uch, odder jett!“
Kurz, mehr hie uch nemel will,
Hie behift det Gejentil.

Intj ich norr noch garen sech:
Sil e, wunn em ken en sprech:
„Tau bast jo en Philosoph!“
Son: „Ah nai, ich ban e Schof“.

von Kriegsspiele(r)n zu Kim Jong Un

Was spielt es für eine Rolle, ob nun so ein Abschlachten von Menschen einen terroristischen Hintergrund hätte oder nicht?
Tatsache ist, dass man diese Barbaren nicht stoppen kann, dies deshalb, weil ihre Taten nicht vorhersehbar sind.

Anders ist es mit Dingen, deren Entwicklung man sieht und verfolgt.

So kann mich niemand davon überzeugen, dass man mit den heutigen Möglichkeiten, in Form von modernster Technik, jemanden wie Kim Jong Un nicht unschädlich machen könnte.

… hierauf möchte ich aber nicht näher eingehen – ich höre schon den Aufschrei.

Man beobachtet dessen Treiben nun seit Jahrzehnten und man sagt uns, dass er uns vernichten will.
Warum schaut man ihm denn so lange zu?
… und fährt nun schweres Geschütz auf?

Ich glaube nicht, dass das Problem allein durch Krieg zu lösen wäre.

Aber hier hat vermutlich die Vernichtungsindustrie ein Wort mitzureden.

Stellt sich nicht die Frage, ob unsere westlichen Regierungen nicht einfach nur Marionetten in einem bösen Spiel sind, das mit der Menschheit getrieben wird?

An Kriegen lässt sich bekanntlich viel verdienen. … für die Waffenhersteller völlig risikofrei – ihr Markt wird immer bleiben und wenn nicht, wird ein neuer erschlossen.

Oder glaubt noch jemand, dass an den verschiedenen Fronten im Nahen Osten, nicht mit den gleichen Waffen, der selben Hersteller und Lieferanten gekämpft wird?

Je größer die Zerstörungskraft, desto besser.

Aber warum sahen wir dann – obwohl nur in Fragmenten – die im Irakkrieg (wie gesagt, nur in Fragmenten) bewiesene – also mögliche – Präzision?

Doch ließe sich mit der möglichen Präzision noch etwas verdienen?
Wären Kriege damit nicht überholt?

Zurück zu Kim Jong Un.

Wir sehen und hören weiter nur das, was man uns sehen und hören lassen möchte …

lass ab

lass ab
es ist zu früh
das Land zu schauern
und zu stürmen

noch ist es Zeit
in meiner Seele
sitzt der Sommer tief

doch wie verletzlich
sind Gefühle –
wenn immer wieder Kälte
sich auf deine Schwingen setzt

Jonathan und Isabella
sind des Sommers müde

doch süß wird nur
wer warm umschmeichelt
hell im Lichte steht

Achim von Arnim – Klage beim Bundestage

Chor
Warum schweigst du, alter Zecher,
Siehst in deinen leeren Becher?

Einer
Ich schwieg nur, weil ich kalkulierte
In Adam Riesens Rechenbuch:
Wieviel des Weines mir gebührte,
Es gibt des Weines schon genug;
Ich hab den rheinschen Berg gemessen
Und den Ertrag rein abgeschätzt,
Ein jeder kann in Deutschland essen,
Und trinken soll ein jeder jetzt.

Chor
Sprich, was jedem hier gebühret,
Ob du richtig kalkulieret.

Einer
Auf jeden Deutschen kommt gerade
Tagtäglich ein Maß rheinscher Wein;
Seht unsres Gottes große Gnade,
Die uns beschert am guten Rhein!
Doch ach! die bösen rheinschen Leute,
Die trinken täglich schier zehn Maß,
So ward nun unser Wein zur Beute
Des Volks, das nah am Rheine saß.

Chor
Rück es ein in jede Zeitung,
Wahrheit siegt in höhrer Leitung.

Einer
Wahrhaftig, übrig müßte bleiben,
Gäb’s nicht am Rhein so durst’ge Dieb‘,
Sie würden uns darum verschreiben,
Daß er nicht auf dem Lager blieb‘;
Ich möchte nur den Schelmen wissen,
Der meinen Wein trinkt täglich aus!
Ich rührte sicher sein Gewissen,
Daß er mich ladet in sein Haus.

Chor
Fall ins Haus ihm mit der Türe,
Einen jeden quotisiere!

Einer
Und will er nicht, so soll entscheiden
Der deutsche Bund vor allem dies:
Ob nicht die Rechnung ganz bescheiden,
Und daß ich nicht zu viel verhieß;
Verjährung nimmt nicht Menschenrechte
Und löscht nicht Adams Rechenbuch,
Im deutschen menschlichen Geschlechte
Hat jeder künftig Wein genug.

Chor
Sei zum Bundestags-Gesandten
Heut ernannt von Zechverwandten.