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Für mich …

Für mich …

Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche,
mein Auge adelt mirs zum Zauberreiche:
Es singt der Sturm sein grollend‘ Lied für mich,
für mich erglüht die Rose, rauscht die Eiche.
Die Sonne spielt auf goldnem Frauenhaar
für mich – und Mondlicht auf dem stillen Teiche.
Die Seele les ich aus dem stummen Blick,
und zu mir spricht die Stirn, die schweigend bleiche.
Zum Traume sag ich: »Bleib bei mir, sei wahr!«
Und zu der Wirklichkeit: »Sei Traum, entweiche!«
Das Wort, das Andern Scheidemünze ist,
mir ist’s der Bilderquell, der flimmernd reiche.
Was ich erkenne, ist mein Eigentum,
und lieblich locket, was ich nicht erreiche.
Der Rausch ist süß, den Geistertrank entflammt,
und süß ist die Erschlaffung auch, die weiche.
So tiefe Welten tun sich oft mir auf,
daß ich drein glanzgeblendet, zögernd schleiche,
und einen goldnen Reigen schlingt um mich
das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche.

Hugo von Hofmannsthal

Oktobergarten 2020

Hab letzte Woche eine recht große Palme sehr günstig erworben. Sie soll bis -17* Frost überstehen können. Mal sehen – den Versuch ist es wert, finde ich.

Der Pinova hing voll mit Früchten – und so schön und groß, wie bisher noch nie.

Isabella über der Terrasse

Die Khaki hat schon im ersten Jahr eine Frucht. Auch drei Mandeln und einige Feigen sind noch reif geworden.

Diese Woche werden mir eine chinesische Dattel und ein Granatapfel geliefert. Ich glaube, wir müssen uns leider damit arrangieren, dass der Klimawandel da ist, dieser sich nicht mehr zurückfahren lässt. Hoffentlich kann man ihn wenigstens stoppen. Aber das mit den Exoten im Garten – wenn’s möglich ist.?

Das Gestell mit Wasserbecken hab ich gerade für einen alten Sandschleifstein gebaut. Dieser zerbrach mir aber, beim Versuch die Welle zu tauschen. Also holte ich mir ein Stück Sandsteinfelsen und machte daraus auch den Schleifstein selbst.

Möchte die Quelle sein …

Möchte die Quelle sein,
dem Gebirg‘ entspringend,
meine Flut, rauhen Wegs,
durch Geklüfte zwingend …
Aber dann nur, wenn mein Lieb
Goldenfischlein wäre,
plätschern wollt‘ in meinen Wellen
munter kreuz und quere.

Möchte das Wäldchen sein,
einem See zur Seite,
jedem Sturm stellt‘ ich mich
kühn zum Widerstreite …
Aber dann nur, wenn mein Lieb
wär‘ die kleine Meise,
die mir nistend im Geäste,
sänge ihre Weise.

Möchte sein, hoch am Berg,
eine Schloßruine,
sähe da dem Verfall
zu mit heitrer Miene …
Aber dann nur, wenn mein Lieb
wär‘ die Efeuwinde,
ihre schlanken Arme schlänge
mir ums Haupt gelinde.

Möchte die Hütte sein,
tief im Tal gelegen,
deren Dach, strohgedeckt,
wund von Schnee und Regen …
Aber dann nur, wenn mein Lieb
an der Feuerstelle
wär‘ die Glut, die freundlich glimmend
Wärme gäb‘ und Helle.

Möchte die Wolke sein:
die zerstückte Fahne,
aus der Höh‘ flatternd hin
über ödem Plane …
Aber dann nur, wenn mein Lieb
wär‘ die Abendröte,
meinem bleichen Angesichte
ihre Gluten böte.

Sándor Petőfi

Enttäuschung

So soll auch dieser Traum entschwinden!
Auch dieser Himmel also log!
O schäm’ dich nicht, dass dein Empfinden,
du armes Herz, dich so betrog.

Gesteh’s nur, du warst ganz versunken,
es war ein tiefes, volles Glück,
das du in sel’ger Glut getrunken —
oh, nimm es jetzt nicht stolz zurück!

Und hast du falsch in ihr gelesen,
und hast du falsch auf sie gebaut,
du liebtest nicht, was sie gewesen,
du liebtest nur, was du geschaut.

Und träumtest du von schönem Welten,
hat deine Glut ihr Bild verklärt,
so darf darum dich niemand schelten,
du hast ja nur dich selbst geehrt.

Gesteh’s nur, du warst ganz versunken,
es war ein tiefes, volles Glück,
das du in sel’ger Glut getrunken —
oh, nimm es jetzt nicht stolz zurück!

Stephan von Millenkovich

Feuergeflüster

Gestern  Abend bin ich nach dem Grillen noch einige Stunden, bis tief in die Nacht hinein, am Holzherd gesessen und habe diverse Holzreststücke und Abschnitte verbrannt, da ich in letzter Zeit so viel davon hatte, dass ich nicht mehr wusste, wo ich sie lagern sollte.

Im Dunkeln ließ ich die Tür des Ofens offen und schaute mir Stundenlang das faszinierende Flackern an.

Ich war allein und es war von meinem Umfeld überhaupt nichts mehr zu hören – nur noch die leisen Geräusche des Feuers.

Es war ein herrliches Erlebnis im Garten – nur ich,  mit dem Licht und der Wärme des Feuers.

quergedacht

Irgendwie begleitete mich heute ein Gedanke im Bezug auf die Querdenker – diese selbsternannten, selbstlosen Wächter unserer freiheitlichen Demokratie.
Ich stellte mir die Frage, welche Position sie wohl vertreten würden, wenn es in Deutschland keine Corona-Schutzverordnungen gegeben hätte.
… einen Verdacht habe ich.