Damals

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Über allen Gipfeln

… eigentlich ein Septembergedicht – doch  heute, beim Blick in den Garten kam es mir zufällig in den Sinn:

Über allen Gipfeln
ist Ruh.
In allen Wipfeln
spürest du
kaum einen Hauch.
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
ruhest du auch.

Johann Wolfgang Goethe

Biographie – Eduard von Bauernfeld

Und als ich war ein Knabe klein,
Da war ich voll Gedanken,
Und Bilder und Gefühle sein
Hegt‘ ich in Herzens Schranken.

Doch stumm und flönig blieb der Mund,
Die Wonnen auszusprechen,
Im Innern gab sich’s gährend kund,
Wollt‘ nicht in Blüten brechen.

So streift‘ ich durch den stillen Wald,
Den Busen ausgeschlossen,
Und kam ich in Gesellschaft bald,
Da war ich voller Possen.

Und als der Knabe Jüngling ward,
Verletzt‘ er oft die Lieben;
Warm war das Herz, doch rauh die Art,
So war ich — bin’s geblieben.

Das Leben schien ein Doppelbild: –
Jetzt liebend zu erfassen,
Jetzt zu verfolgen rasch und wild
Das Schlechte, das wir hassen.

Die Unfreiheit, die Heuchelei –
Ich konnt‘ sie kaum ertragen;
Ich spottet‘ ihrer, litt dabei –
Da ließe viel sich sagen.

Von grauem Schnee die Nasse steht
Mit eisigkalter Miene,
Ein Frühlingslüftchen leise weht –
Und. hin stürzt die Lawine.

Im Thale aber grünt’e und webt,
Die Blütenknospen springen,-
Ein neues Leben ist erlebt —
Und muntre Vöglein singen.

Und als ich noch ein Knabe war,
Da träumt‘ ich solch ein Leben;
Nun ich ein Mann geworden gar,
Da will sich’s mir ergeben.

O Jugendlust, o Jugendmuth,
Und kannst du’s denn gestalten?
Und magst du noch mit frischer Glut
Dein Lieben jetzt entfalten?

Eduard von Bauernfeld, 1850

farbwelten

die zeit
sie steht nicht in den sternen
man hat sie mir gegeben
und ich male sie mir an

wo zäune kahle äcker schaffen
greif ich hindurch
und manchmal
nach dem leben

vielleicht
find ich die hände nicht
mich zu begleiten

doch zäune fallen
irgendwann

die mauer will
ich nicht errichten
die selbst mich prägte
mir die jugend nahm

und mir die farben
aus dem himmel stahl

Ach …

Entwurf. – Stahlskulptur „Ehrengast“

... Fießling – du warst also wieder da!
Schön!
Egal, was man tut – man tut es selbst.
… und wenn man selbst etwas nicht tun kann – dann tut man es eben nicht.
Aber.
Wenn man etwas nicht tut, weil man es eben nicht kann, hat man auch keinen, auch nur den blassesten Schimmer davon, wie das aussehen sollte, was man sich einbildet tun zu können.
– du aber – da du ja offensichtlich selbst nichts kannst, tust du dir weigstens anmaßen, das Schaffen anderer beurteilen zu können.
Vergiss es – du bist schlicht gesagt, zu blöd dazu. … das zeigen immer wieder deine Versuche zu kommentieren.
Also, mein Vorschlag: – wenn es bei dir etwas zum einklemmen gäbe (was ich bezweifle) – dann öffne die unterste Schublade. Aber fall mir ja nicht ganz rein.
Du könntest aber auch ein Skalpell nehmen – das schneidet auch die kleinsten Dinge ganz präzise.
Falls auch das schiefgehen sollte:
– die Welt braucht dich nicht.