Mutter

Mutter
die Zeit wird gehen
wie die Erinnerung
an schöne Stunden

Was kann ich
außer Liebe dir noch geben
die ich bei dir
schon lang nicht mehr gefunden

In meinen Händen
ruhen deine
doch bin ich müde
deiner pausenlosen Klagen

Das Glück
entspringt erst eignem Herzen
Was nimmst Du mit
wenn einst es sich zur Ruhe legt

Was bleibt
nach deinem letzten Weg
– du nie mehr zu mir sprichst
Sag Mutter mir –

was soll ich überhaupt noch fragen

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Grete Lienert

Die Volkssängerin und Liederkomponistin Grete Lienert-Zultner (1906-1989).Die siebenbürgische Lyrikerin, Volkssängerin und Liederkomponistin Grete Lienert (1906-1989).

Nur zwei ihrer Texte

DU

Ich fühle mich von dir umschlossen.

Mein ganzes Sein tief in dir ruht.

Du sammelst alle meine Kräfte

zu neuer, starker Lebensglut.

Du schließest auf, was mir verschüttet

von vielen öden Jahren war,

ich spüre neue Quellen springen

in meinem Innern hell und klar.

So mag verklingen, mag verströmen

was meine Seele randvoll füllt!

Sie ist gereift in herbem Sehnen

und ist in dir nun ganz gestillt.

.

Das Lied „De Astern“ wurde bei der Übersetzung leicht verändert.

De Astern

De Astern blähn insem äm Gärtchen,

de Medcher gohn sängän verbä;

der Mon stiht iwer de Giweln,

der Härwest, der Härwest äs hä.

Kam, len dich nor fest u menj Schulder!

Denj Zehren se seng esi hiß.

Hekt kån ich noch fest dich ämschlängen,

wi wiß wonni weder, – wi wiß …

De Astern blähn insem äm Gärtchen,

de Risen seng alle verbä …

Schlof gat, ta menj inijet Härzken,

det Schiden – det Schiden äs hä.

Die Astern

Die Astern blühn einsam im Gärtchen

die Mädchen gehn singend in Reihn.

Der Mond steht über den Giebeln.

Der Herbst, der Herbst, der zog ein.

Komm, lehne dich an meine Schulter!

Wie sind deine Tränen so heiß.

Heut kann ich noch fest dich umarmen,

wer weiß, wann wieder, wer weiß ..

Die Astern blühn einsam im Gärtchen

es blüht uns kein Röselein mehr.

Schlaf gut, du mein Herzallerliebste!

Wie ist doch das Scheiden so schwer.

vom (inneren) Kind

HPIM0973.JPGStahlskulptur „Ignorant“

Dein Rufen
hört` ich nicht
und nicht Dein Weinen

sah
Deine Tränen nicht
und die von Blut
gemalten Striemen

spürte
die Schmerzen nicht
in Deiner Kinderseele

Du warst allein
hab nie gefragt
wie es Dir geht

Dich verdrängt, gelöscht
als seiest Du nicht da
in meinem Leben

jetzt
stehst Du hier
Du machst mir keinen Vorwurf

und doch
bin ich`s
der Deine Hilfe braucht

Francesco Petrarca

 

Jetzt, da der Himmel schweigt und Erd und Winde,
Vögel und Wild des Schlafes Zügel tragen,
Die Nacht im Kreise führt den Sternenwagen,
Das Meer sich ruhig streckt durch seine Gründe,

Wach ich, glüh, sinn und wein, und, wo ich stünde,
Ist nah mein Feind mit seinen süßen Plagen;
Krieg ist mein Zustand, voll von Zorn und Zagen;
Nur, denk ich sie, ich einigen Frieden finde.

So dringt aus einem hell lebendgen Quelle,
Draus ich mich nähre, Süßigkeit und Herbe,
Und eine Hand gibt Heilung mir und Wunden.

Und weil mein Jammer nie gelangt zur Stelle,
Ersteh ich tausendmal des Tags und sterbe;
So weit ach! hab ich noch, um zu gesunden!

Francesco Petrarca

Siebenbürgen

HPIM1380.JPGKleinschelken

über die Gräber
bettet die Zeit von gestern
sich in Steinen

aus getrennten Himmeln
klingen Lieder
dem Vergessen ins Gemüt

müde und verlassen bracht
der Weinberg aus den Hängen
Häuser schließen sterbend
ihre Augen schwer

helle Kinderstimmen
zogen
mit dem Wind

einst weinten
alte Männer noch
und Frauen

nun sind sie stumm

auch die vergilbten Fotos schweigen
was einmal war
wird nie mehr sein

MICHAEL HERMANN ……………………………………………… Bitte beachten. Bei allen nicht anders gekennzeichneten Texten und Bildern liegen die Rechte bei mir. Auch bitte ich darum, JEDES Rebloggen zu unterlassen! …………. Im Allgemeinen gilt: – FREIE MEINUNGSÄUßERUNG. Jedoch, bin ich der Hausherr dieses Blogs und mache gegebenenfalls von meinem Hausherrenrecht Gebrauch.